Donnerstag, 14. Dezember 2017

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"Babylon Berlin" kommt ins Fernsehen Das ganz große Ding aus Deutschland

Babylon Berlin: Der Goldglanz der 20er Jahre in einer opulenten Fernsehserie

Die Erwartungen an "Babylon Berlin" sind hoch. Endlich die ganz große Fernsehserie aus Deutschland. Eine, die international mithalten soll, der Beginn einer neuen Ära. Sie ist mit 38 Millionen Euro rekordverdächtig teuer. "Babylon Berlin" ist eine Bestsellerverfilmung. Die Krimis von Volker Kutscher haben viele Fans. Ihnen sind die Figuren und Geschichten aus dem 20er- und 30er-Jahre-Berlin ans Herz gewachsen.

Babylon Berlin
Ab 13. Oktober 2017 auf Sky 1, die 16 Episoden sind immer freitags um 20.15 Uhr in Doppelfolge zu sehen. Parallel dazu stehen die jeweiligen Episoden auch auf Sky Go, Sky On Demand und Sky Ticket auf Abruf zur Verfügung. Ab dem 24. November gibt es alle 16 Episoden als Box Set.

Ist die Serie gut geworden? Um es kurz zu machen: Ja. Aber sie funktioniert nicht, wenn man beim Fernsehen bügeln will. Man muss aufpassen und das Handy ein paar Stunden beiseite legen. Dann hat "Babylon Berlin" den Sog, den Serienliebhaber so mögen - 28 Prozent der Deutschen schauen täglich oder fast täglich Serien, fand jüngst eine repräsentative Studie heraus.

Volker Bruch ("Unsere Mütter, unsere Väter") als Kommissar Gereon Rath: Die Besetzung passt. Die Figuren der Serie haben bis in die Nebenrollen Tiefgang. Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries), die aufstrebende Sekretärin, ist eine Frauenfigur mit ähnlich hohem Sympathiefaktor wie Peggy in "Mad Men". Ebenfalls stark: Peter Kurth als undurchsichtiger Partner von Gereon Rath oder in den Nebenrollen Fritzi Haberlandt als Pensionswirtin und Jördis Triebel als kommunistische Ärztin.

Um das Schwergewicht von Serie zu stemmen, haben sich Sky und das Erste erstmals zusammengeschlossen - ein Wagnis. Am 13. Oktober starten zwei Staffeln im Bezahlfernsehen, immer zwei Folgen im Doppelpack. Ein Jahr später läuft "Babylon Berlin" in der ARD. Die Erwartungen sind so hoch geschürt, dass ein Flop ein Rückschlag für Deutschland als Fernseh-Land wäre. Die Gefahr ist, dass es wie bei der RTL-Serie "Deutschland 83" läuft: Auch wenn die Kritiken gut sind, garantiert das noch nicht den Erfolg im Fernsehen.

Der Aufwand bei "Babylon Berlin" war gewaltig. Hunderte Statisten wurden gesucht, die möglichst ausgemergelt aussehen sollten, passend zu den Jahren rund um die Weltwirtschaftskrise. Im Studio Babelsberg wurden extra Kulissen gebaut - die "Neue Berliner Straße". Kostümbildner, die Maske, Tänzer und Musiker tobten sich aus: Die Serie sieht gut aus und hat einen tollen Sound. Den Ehrgeiz der Macher merkt man schon am Vorspann. Der hat die Coolness der Bauhaus-Schule.

Das deutsche "Tanz auf Vulkan"-Gefühl vor der Nazi-Zeit, das ist dem internationalen Publikum seit "Cabaret" mit Liza Minnelli vertraut. Von finsteren Hinterhöfen bis zum verruchten Varieté "Moka Efti" mit Tänzerinnen im Bananen-Rock: Sehr Berlin ist das alles. "Babylon Berlin" ist schon an mehrere Länder verkauft.

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