Samstag, 23. Februar 2019

Shoppen gehen mit Patrick Frey, Luxustapetenhersteller "Ich verliebe mich ständig in irgendwelche Sachen"

Patrick Frey ist Chef der Luxus-Stoff- und Tapetenfirma Pierre Frey

Der Sohn von Pierre Frey leitet den gleichnamigen französischen Stoff- und Tapetenhersteller. Der 71-Jährige liebt es, Ungewöhnliches aufzustöbern und neu zu arrangieren.

Wenn Sie kreativ sein wollen, können Sie nicht ausschließlich im Büro sitzen. Deshalb gehe ich viel und gerne auf Reisen: Indien, Australien, Amerika. Viele Menschen schauen sich andere Länder an, erkennen dort aber nichts. Bei mir ist das anders. Das hat mir wohl meine Mutter beigebracht. Sie hielt früher oft mit dem Auto an, damit wir uns einen Sonnenuntergang anschauen konnten oder ein ungewöhnliches Haus.

Gefunden in
Splendid
Oktober 2018

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Im vergangenen Jahr war ich für mehrere Wochen in den USA und habe mich viel mit der Kultur der amerikanischen Ureinwohner beschäftigt - ein Thema, das ich schon seit 20 Jahren mit mir herumtrage. Ich bin mit meiner Frau durch Nevada und Colorado gereist, habe Reservate besucht und mich auf Märkten umgesehen. In New York waren wir im National Museum of the American Indian, das eine tolle Ausstellung über die kulturelle Geschichte des Kontinents zeigt. Übernachtet haben wir im "The Whitby", einem kleinen, aber großartigen Hotel mit einem sehr eklektischen Einrichtungsstil. Wenn ich wählen kann, ziehe ich solche Boutique-Hotels mit persönlicher Note den großen Ketten stets vor.

Unterwegs verliebe ich mich ständig in irgendwelche Sachen, die ich sofort haben muss. Meine Frau schimpft oft mit mir: "Alles musst du kaufen!" Aber die Dinge finden irgendwann immer eine Verwendung, ich arrangiere eben gerne neu. Einmal erwerbe ich moderne Kunst wie die Baumfotos von Bianca Lee Vasquez, dann wieder eine Gravur aus dem 18. Jahrhundert. Und ständig Gegenstände zum Einrichten. In Kopenhagen habe ich neulich eine Tischleuchte der schwedischen Firma Flyte erstanden. Die Lampe scheint über dem Fuß zu schweben. So etwas hatte ich zuvor noch nie gesehen. Musste natürlich gleich mit.

Viele Anregungen hole ich mir auch aus Magazinen und Büchern. Ich lese jede Woche bestimmt 15 Zeitschriften; seien wir ehrlich: ich schaue sie mir an. In Paris gehe ich oft zu Galignani oder Taschen, um mich mit Bildbänden über Geschichte, Architektur oder fremde Kulturen einzudecken.

Bei aller Liebe fürs Reisen bleibe ich auch einfach gerne mal zu Hause, blättere vor mich hin oder arbeite im Garten. Die Wochenenden verbringen wir meist in unserem Haus in der Provence, aber unter der Woche, wenn wir in Paris sind, gehen wir fast jeden Abend mit Freunden aus. Zurzeit sind wir oft im "Costes", in der Nähe der Tuilerien. Das Restaurant kann ich nur empfehlen: Gutes Essen, freundlicher Service, entspannte Atmosphäre - für solche Stunden lohnt es sich zu leben.

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