Montag, 11. Dezember 2017

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Sieben Schritte zu einem konstruktiven Blick aufs Jahr So bringt Ihr Jahresrückblick Sie weiter

Positives Denken: So gelingt Ihnen ein guter Jahresrückblick
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Vielleicht können Sie es gar nicht abwarten, dass das alte Jahr vorüber geht und mit dem neuen auch neue Chancen kommen. Es war bestimmt ein turbulentes Jahr. Oft hetzen wir durch unseren Alltag und sind damit befasst, mit allen Veränderungen, Anforderungen, Überraschungen und der Weltlage an sich klar zu kommen. In schöner Regelmäßigkeit haben wir deshalb auch am Jahresende das Gefühl, das alles zu viel und zu schnell war. Das sorgt nicht gerade für die positive Stimmung, die der Advent verdient und das neue Jahr mit seinen neuen Anforderungen braucht.

Ilona Bürgel
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    Die Psychologin Ilona Bürgel zählt zu den führenden Vertretern der Positiven Psychologie im deutschsprachigen Raum. Wie ein roter Faden zieht sich die Einladung zu einem Perspektivwechsel durch ihre Arbeit - weg von der Fixierung auf äußere Bedingungen in unserer sich ständig ändernden Welt, hin zum guten Umgang mit sich selbst. Sie will aufzeigen, wie der Spagat zwischen Lust auf Leistung und Erhalt der eigenen Ressourcen gelingen kann. Nach 15 Jahren in Führungspositionen ist sie heute Referentin, Beraterin, Autorin und Kolumnistin. Sie wurde vom Ministerium für Wirtschaft und Energie als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet. Ilona Bürgel lebt und arbeitet in Dresden und im dänischen Århus.

Grundsätzlich arbeitet unser Gehirn nach dem Prinzip "Katastrophe kommt vor Vergnügen". Wir sind die Hälfte der Tageszeit mit unseren Gedanken woanders, ärgern uns über das, was gestern war, machen uns Sorgen über Dinge, die wir hören und lesen und manche, die noch gar nicht real sind. Dieser einst hilfreiche Überlebensmechanismus, sich mental auf Probleme oder Gefahren zu konzentrieren, wird in der Psychologie das "katastrophische Gehirn" genannt.

Doch er hat sich verselbständigt. Worüber sprechen Sie in der Mittagspause oder am Abendbrottisch? Über Ihren pünktlichen Bus, den schnittigen Firmenwagen, die guten Kunden, die Sie haben? Oder das ärgerliche Telefonat mit der anderen Niederlassung, was Ihnen immer noch quer im Magen liegt? Dass Freunde oder Kollegen uns wohlgesonnen sind ist schön, geht aber im anspruchsvollen Alltag eher unter.

Schönes, Gutes, Nettes, Funktionierendes nehmen wir kaum zur Kenntnis. Oder haben Sie schon einmal darüber geplaudert, wie schnell Ihr Internet läuft und wie zuverlässig Ihr Herz arbeitet? Einmal erkannt, können wir in diesem Jahr eingreifen. Die Glücksforschung geht davon aus, dass neben einer genetischen Anlage für Glück und Wohlbefinden von 50 Prozent die Unterschiede im Befinden nur zu 10 Prozent von Lebensumständen bestimmt werden. 40 Prozent Chance auf Wohlbefinden wird bestimmt von unserem subjektiven Blick auf die Dinge, von dem, was wir daraus machen.

Die Erinnerung macht was sie will

Das autobiographische Gedächtnis, die Erinnerung an unsere eigene Vergangenheit, ist kein objektives Werkzeug, sondern unterliegt vom Augenblick des Geschehens an unserer Beeinflussung. Wir ordnen Erlebnisse in einen Kontext von dem ein, was wir schon erlebt, was wir erwartet haben, was wir von uns halten, wie wir hoffen oder fürchten zu sein. Die Bewertung eines Ereignisses ist der nächste subjektive Faktor. Die gleiche Situation wird von verschiedenen Menschen anders gesehen.

Buchtipp

Ilona Bürgel
Warum immer mehr nicht immer richtig ist: Neue Wege zu Erfolg und Wohlbefinden


Verlag: Kösel-Verlag, 208 Seiten, April 2017, 16,99 Euro

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Sprechen Sie gern vor anderen? Viele Menschen sind dabei eher aufgeregt als froh, weil sie Angst vor Fehlern oder Bewertungen haben. Ich genieße es als eine Chance, anderen etwas mitzuteilen. Beide haben wir Recht. Die Realität enthält alle Aspekte, wir nehmen sie nur verschieden wahr. Was wir wahrnehmen und wie wir denken beeinflusst wie wir uns fühlen. Grund genug, unsere Wahrnehmung bewusster auf das zu lenken, was wir erreicht haben, was da ist und was wir schon sind.

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