Samstag, 23. September 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Jedes dritte Wort ist englisch Die größten Deutsch-Englisch-Vermischer im Dax

Von "be smart" bis "Gender Diversity": Die Webseiten der 30 Dax-Konzerne strotzen vor Anglizismen. Während bei BMW jedes dritte Wort englisch ist, hält sich VW auf seiner Konzern-Startseite mit englischen Wörtern zurück. Ein Überblick.

"Das Upper des adidas UltraBoost Uncaged Parley besteht aus 11 Plastikflaschen, die an den Stränden der Malediven gesammelt wurden." Mit Sätzen wie diesem informiert der Sportartikelhersteller Adidas Börsen-Chart zeigen seine Leser auf der Startseite des Konzerns - und zählt damit noch nicht einmal zu den fünf aktivsten Deutsch-Englisch-Vermischern unter den Dax-Konzernen. Etwa jedes fünfte Wort auf der Startseite der "Adidas Group" ist englisch, die Quote von rund 20 Prozent reicht aber gerade mal für einen Platz unter den ersten Zehn. Zwar bietet Adidas seinen deutschsprachigen Lesern auf der Webseite statt "Informationen" lieber "Fact Snacks" an - doch das reicht längst noch nicht für einen Platz in der Spitzengruppe.

Bei den Spitzenreitern Infineon Börsen-Chart zeigen , BMW Börsen-Chart zeigen und Linde Börsen-Chart zeigen ist fast jedes dritte Wort auf der Konzern-Webseite englisch: Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung, die das Unternehmen Wortwahl gemeinsam mit Studenten der Hochschule Darmstadt an den Startseiten der Dax-Konzerne vorgenommen hat.

"Die Startseite eines Internetauftritts ist die Visitenkarte eines Unternehmens. Deshalb haben wir diese 30 Startseiten von Ende Dezember 2016 bis Mitte Januar 2017 hinsichtlich Anglizismen und englischer Begriffe unter die Lupe genommen", sagt Murtaza Akbar, Dozent im Studiengang Onlinekommunikation an der Uni Darmstadt und Geschäftsführer von Wortwahl.

Die Unterschiede sind enorm: Während BMW mit "BMW Group" bereits ein englisches Wort in seinen Namen aufgenommen hat und auch auf der Konzern-Startseite mit Anglizismen um sich wirft, hält sich Volkswagen mit dem Gebrauch englischer Wörter auffallend zurück. Dies ist bemerkenswert, da Volkswagen erst kürzlich Englisch neben Deutsch offiziell zur Konzernsprache erklärt und sich damit auch Kritik von Sprachwächtern eingehandelt hatte. Akbar dagegen ist mit Blick auf die häufigen Anglizismen auf den deutschen Webseiten entpannt. "Die deutsche Sprache ist mächtig im Wandel. Die Online- und Social-Media-Kommunikation beeinflussen die deutsche Sprache enorm." Das kann auch mal zu einer erfrischend neuen Ansprache bei Deutschlands Konzernen führen:

Nachrichtenticker

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH