Samstag, 17. November 2018

Kursverluste häufen sich Firmen schwächeln, Anleger zittern - der perfekte Börsensturm

Aktienhändler in Frankfurt: Die Stimmung an der Börse hat sich um Laufe des Jahres zunehmend eingetrübt.

Die Nervosität steigt: Seit Jahresbeginn hat der Dax bereits mehr als 10 Prozent verloren. Viele Aktiengesellschaften enttäuschen derzeit mit ihren Quartalsergebnissen - und die Berichtsaison hat gerade erst begonnen.

An der Börse lässt sich derzeit beobachten, was entsteht, wenn schlechte Nachrichten auf eine ohnehin nervöse Stimmung treffen: nämlich heftige Kursverluste.

Jahrelang ging es am Aktienmarkt mehr oder weniger ohne große Unterbrechungen aufwärts. Seit Jahresbeginn jedoch hat sich das Bild langsam aber sicher gewandelt: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen erreichte bei mehr als 13.400 Punkten ein Allzeithoch - und schwächelt seither zunehmend.

Gründe für die Verunsicherung der Anleger gibt es genug: Die allmählich rigider werdende Geldpolitik der Notenbanken, der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der EU, selbst die schleppenden Brexit-Verhandlungen sowie der innereuropäische Konflikt um die italienische Haushaltspolitik tragen zur trüben Stimmung am Aktienmarkt bei.

Keine guten Voraussetzungen also für die börsennotierten Konzerne, um ihren Investoren auch noch schlechte Nachrichten aus dem eigenen Hause zu präsentieren. Genau das müssen viele Konzernlenker in diesen Tagen jedoch tun. Seit Monaten kündigt sich eine Eintrübung der Gesamtkonjunktur an. Jetzt zeigen die Unternehmen, was das für sie konkret bedeutet: Umsatzrückgänge, Gewinneinbußen - und vor allem: verdüsterte Aussichten in die Zukunft.

Am Freitag war es zunächst der französische Reifenhersteller Michelin Börsen-Chart zeigen, der auch am hiesigen Aktienmarkt einmal mehr für Kursverluste sorgte. Michelin gab einen pessimistischen Geschäftsausblick bekannt und ließ die eigenen Aktien an der Pariser Börse damit um bis zu 7,5 Prozent abrutschen. In Deutschland wurden vor allem die Papiere des Konkurrenten Continental mit ins Minus gezogen; deren Verluste betrugen zeitweise mehr als 4 Prozent.

Später am Freitag nahm dann auch noch Daimler ein weiteres Mal seine Erwartungen zurück, woraufhin auch die Aktie des Stuttgarter Autobauers erneut massiv einbrach.

Solche und schlimmere Kurseinbrüche großer, oft im Dax notierter Konzerne ereignen sich an der Börse gegenwärtig praktisch im Tagesrhythmus:

- Donnerstag dieser Woche: HeidelbergCement Börsen-Chart zeigen und SAP Börsen-Chart zeigen stürzen um 10 und 7 Prozent ab.

- Mittwoch direkt davor: Mit Fresenius Börsen-Chart zeigen und Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen geht es um 12 und 14 Prozent noch deutlicher abwärts.

- In der Vorwoche: Mit Wirecard Börsen-Chart zeigen sowie wiederum Continental Börsen-Chart zeigen erleiden zwei weitere Dax-Werte ebenfalls zweistellige Kursverluste.

Kein Wunder also, dass auch der Dax seinen Halt verloren zu haben scheint. Seit Jahresbeginn befindet sich der Index inzwischen mit mehr als 10 Prozent in der Verlustzone, womit nach gängiger Definition an der Börse derzeit offiziell eine Kurskorrektur stattfindet.

Viele Investmentprofis mögen weiterhin an ihrem Optimismus festhalten. Für sie kennen die Aktienkurse - zumindest öffentlichen Äußerungen zufolge - in der Regel ohnehin lediglich zwei Richtungen: "aufwärts" und "demnächst wieder aufwärts".

Vernünftige Investoren jedoch sollten erkennen, dass sich an der Verunsicherung der Börsianer vorläufig wenig ändern dürfte, und dass angesichts der konjunkturellen Eintrübung vorerst weiter mit schlechten Unternehmensnachrichten zu rechnen ist. Schließlich hat die aktuelle Berichtssaison, in der die Aktiengesellschaften ihre Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen, gerade erst begonnen.

Es ist also eine gute Zeit sich der Realität zu stellen, in der die Aktienkurse ebenfalls zwei Richtungen kennen: aufwärts, aber eben auch abwärts.

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