Mittwoch, 24. August 2016

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Teurer Freundschaftsdienst Steuerfalle Privatkredit

Teures Präsent: Bei allzu günstigen Privatdarlehen wird oft Schenkungsteuer fällig

Wer sich einen Kredit im Bekanntenkreis sichert, anstatt zur Bank zu gehen, spart in der Regel Zinsen. Aber Vorsicht: In vielen Fällen grätscht das Finanzamt dazwischen. Steuerexpertin Stephanie Thomas erläutert das Problem - und die Lösung.

mm: Frau Thomas, dass sich Leute im Bekanntenkreis Geld leihen, kommt immer wieder vor. Sie sagen, dabei drohe eine böse Steuerfalle. Warum?

Thomas: Bei solchen privaten Darlehensgeschäften werden häufig keine oder nur sehr geringe Zinssätze vereinbart. Das führt dazu, dass das Finanzamt in diesen Fällen von Schenkungen ausgehen kann. Mögliche Zinseinnahmen, auf die dabei verzichtet wird, gelten dann buchstäblich als verschenkt. Darauf kann Schenkungsteuer erhoben werden.

mm: In welchen Fällen ist das so?

Thomas: Privatdarlehen an Ehepartner, Kinder oder Enkel sind meistens unproblematisch, denn der Gesetzgeber räumt hier hohe Freibeträge von 200.000 Euro bis 500.000 Euro bei der Schenkungsteuer ein. Aber schon bei Privatdarlehen an andere Verwandte wie Großeltern, Eltern oder Geschwister sowie an Nichtverwandte ist erhöhte Vorsicht gefragt. Dort liegt der persönliche Freibetrag nur bei 20.000 Euro - und zwar für alle Schenkungen innerhalb von zehn Jahren.

mm: Das heißt?

Thomas: Das Finanzamt setzt einen fiktiven Zinssatz von 5,5 Prozent pro Jahr an, der eigentlich hätte vereinbart werden müssen. Wenn die Zinslast, die bei einem Darlehen unter Verwendung dieses Zinssatzes innerhalb von zehn Jahren zusammenkommt, den Freibetrag von 20.000 Euro überschreitet, kann der Fiskus für die Schenkung des Darlehensgebers an den Darlehensnehmer Schenkungsteuer erheben.

mm: Mit der Folge?

Thomas: Es würde der entgangene Zinsertrag berechnet und mit Schenkungssteuer belegt. Für die Steuerzahlung kann das Finanzamt sowohl den Beschenkten als auch den Schenker zur Kasse bitten.

mm: Wie hoch liegt der Steuersatz der Schenkungsteuer derzeit?

Thomas: Hier gibt es keinen einheitlichen Satz. Der Steuersatz ist vielmehr abhängig von dem Verwandtschaftsverhältnis und dem Wert des Erwerbs. Der niedrigste Satz beträgt 7 und der höchste 50 Prozent.

mm: Haben Sie ein Zahlenbeispiel, an dem sich das Risiko aufzeigen lässt?

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