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13.02.2013
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Rhetorik
Reden ist mehr als reden

Von Arne Gottschalck

Reden müssen ankommen bei den Zuhörern: Im Fall der Ankündigungen des Britischen Premiers David Cameron dürfte das nur am Rande gelungen sein.
DPA

Reden müssen ankommen bei den Zuhörern: Im Fall der Ankündigungen des Britischen Premiers David Cameron dürfte das nur am Rande gelungen sein.

Eine Rede zu halten ist vieles - vor allem lernbar. Das sagt zumindest der Rhetorik-Trainer René Borbonus. Und erklärt auch, was eine gute Rede ausmacht.

mm: Herr Borbonus, Rhetorik gab es doch schon bei den alten Griechen - was hat sich seitdem geändert?

Borbonus: Viele Ideen der Griechen oder Römer haben heute auch noch Bestand. Aristoteles zum Beispiel, der untersuchte, wie eine Rede entsteht, in welchen Stadien. Oder Cicero, der sagte, eine gute Rede bestünde aus drei Elementen - sie soll informieren, bewegen und unterhalten. Das lässt sich auch heute noch nutzen.

mm: Welche Rolle spielt dabei die Kunst des Schweigens, der Kürze? Gerade Verkaufsgespräche arten ja oft in einer Wortflut aus.

Borbonus: Die Pause ist das wichtigste Stilmittel der Rede, sie lässt erst Atmosphäre zu. Denken sie daran, nicht der Redner macht die Atmosphäre, sondern dessen Zuhörer. Insofern sagt man nicht umsonst "Fachidiot schlägt Kunde tot". Lassen Sie daher Pausen zu!

mm: Kann eigentlich nur der gut reden, der sich in seinem Metier - dem Baugewerbe zum Beispiel - gut auskennt?

Borbonus: Man sollte Substanz und Wirkung trennen. Beides sollte vorhanden sein. Es wäre grob fahrlässig, auf Substanz zu verzichten. Und erst die Wirkung bringt die Substanz zur Entfaltung.

mm: Kann man diese Fähigkeit trainieren?

Borbonus: Dichter werden geboren, Redner gemacht, heißt es. Und da ist etwas dran. Denn es gilt, bereits vor der Rede zu trainieren. Das ist wie bei einem Sportler - es gibt eine Technikerwerbsphase, in der es darum geht, bestimmte Automatismen anzutrainieren. Und das geschieht vor dem Wettkampf.

mm: Ich habe gelesen, dass die ersten fünf Minuten eines Vortrags extrem wichtig sind. Wie umschifft der Sprecher diese Klippe?

Borbonus: Seien es die ersten fünf oder zehn Minuten - der erste Eindruck ist entscheidend. Er ist eine unglaubliche Chance, die Leute ins Boot zu holen. Und das beginnt schon in der Vorbereitungsphase. Zum Beispiel mit der Suche eines Einstiegs, der ein bisschen unkonventionell ist, wie eine Anekdote. Er muss aber auch themenbezogen sein. Dieser Einstieg muss exzellent vorbreitet sein, fast wie auswendig gelernt. Übrigens ist die Nervosität in der Anfangsphase auch am höchsten.

mm: Die meisten Deutschen halten sich für einen guten Autofahrer - ist die Selbsteinschätzung mit Blick auf Sprecherfähigkeiten ähnlich ausgeprägt?

Borbonus: Ich denke nein. Die Nerven sind das Hauptproblem. Dabei sind die Nerven kein Grund nervös zu sein, pflege ich zu sagen. Aufregung wird glücklicherweise oft nicht registriert - wohl aber eine gute Haltung oder die richtige Intonation - und beides lässt sich trainieren.

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