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23.01.2013
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Jachten-Refitting
Aufmotzen statt abwracken

Von Linus Geschke

"Boot" Düsseldorf: Vom Wrack zum Traumschiff
Fotos
Linus Geschke

Aus halben Wracks werden wieder ganze Traumschiffe. Das schaffen Refitting-Spezialisten. Während Jachtenhersteller über sinkende Umsätze klagen, haben die Erneuerer-Werften volle Auftragsbücher. Auf der "Boot" in Düsseldorf stellen sie ihre besten Projekte vor.

Düsseldorf - Wenn es keine neue Jacht sein soll, dann vielleicht doch wenigstens ein Multimediasystem oder komfortablere Schlafkojen. Während die Anbieter großer Jachten über Umsatzrückgänge klagen, haben die auf Refitting spezialisierten Werften, die alte Schiffe komplett renovieren, volle Auftragsbücher. Ihre Arbeit lässt sich derzeit auf der größten Wassersportmesse der Welt bewundern, der "Boot" in Düsseldorf, die noch bis 27. Januar läuft.

Die Finanzkrise südeuropäischer Länder habe dazu geführt, dass die Produktionszahlen von Booten und Jachten deutscher Werften 2012 gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent nach unten gingen, meldet der Bundesverband Wassersportwirtschaft. Zwar ist der deutsche Markt laut Verbandspräsident Jürgen Tracht nach wie vor "ein Fels in der Brandung" (obwohl dieses Sprachbild auf Bootseigner vielleicht eher bedrohlich wirkt). Aber viele Kunden kommen eben auch darauf, dass es vielleicht gar kein neues Schiff sein muss.

"Wir sind voll im Soll", sagt Stefan Baumgart, der mit seiner Firma Bootswerft Baumgart in Halle 5 gastiert. "Ob Ruderboot, Jolle oder kleine Yacht: Viele Eigner hängen einfach an ihren älteren Schätzen und möchten diese nicht dem Zerfall preisgeben. Hier ist es unsere Aufgabe, die Schiffe wieder so herzurichten, wie sie einst von der Werft kamen."

Manchmal gehen die Eingriffe auch tiefer. Die Gründe für einen solchen Komplettumbau sind dann vielfältig: Die einen wollen ein in die Jahre gekommenes Boot an aktuelle Umweltrichtlinien anpassen, die anderen die in manchen Ländern auf Neubauten erhobenen Luxussteuern sparen.

30 Jahre auf dem Meeresgrund

Besonders gefragt sind auch zusätzliche Komfortausstattungen - man investiert beispielsweise in komfortablere Schlafkojen oder in ein verbessertes Heiz- und Klimasystem. Auch Multimediasystemen liegen voll im Trend; schließlich möchte der Kunde auch an Bord Unterhaltungselektronik und digitale Dienste nutzen.

Aber die größte Herausforderung für auf das Refitting spezialisierte Werften sind jene Bootsbesitzer, die ein altes, verrottetes Schiff von Kiel auf restaurieren möchten - bei automobilen Oldtimern würde man hier von einem Scheunenfund sprechen.

Ein solches Highlight wurde der Bootswerft Baumgart vor drei Jahren angeboten: Taucher stießen einen guten Kilometer vom Timmendorfer Strand entfernt auf eine gesunkene "Riva Super Aquarama" - eines der schönsten Motorboote aller Zeiten. In den 50er und 60er Jahren waren Riva-Boote das Lieblingsspielzeug des Jetset: Elegante Bootskörper mit fugenloser, dunkelroter Mahagonibeplankung, versehen mit starken Innenbordern, deren Klang für Liebhaber so unverwechselbar ist wie das Motorengeräusch einer Harley-Davidson.

"Zwei bis drei Jahrzehnte lag das Boot garantiert schon auf dem Meeresgrund", schätzt Baumgart. "Und nur dem schützenden Schlick, der es nahezu komplett bedeckt hat, ist es zu verdanken, dass sich eine Restaurierung überhaupt noch lohnt." Die Kosten, die entstehen, bis der einstige Liebling der Reichen und Schönen wieder im alten Glanz erstrahlt, beziffert Baumgart auf rund 300.000 Euro.

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