19.12.2012
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Facebook-Fotodienst
Instagram rudert nach Nutzer-Protest zurück

Fotodienst Instagram: Facebook-Tochter mit rund 100 Millionen Nutzern
AFP

Fotodienst Instagram: Facebook-Tochter mit rund 100 Millionen Nutzern

Der zu Facebook gehörende Fotodienst Instagram macht nach heftiger Nutzer-Kritik einen Rückzieher bei geplanten Regeländerungen. Die neuen Regeln seien missverständlich formuliert gewesen, heißt es nun. Man habe nicht vor, Fotos von Nutzern zu verkaufen oder ungefragt in Anzeigen zu platzieren.

New York - Facebook ändert seine Nutzungsbedingungen durch die Umwandlung seines Dienstes Instagram in eine Bildagentur. Damit erhält Facebook Chart zeigen das Recht, Fotos seiner User ab Mitte Januar 2013 zu verkaufen. Dafür hat die Platform vor wenigen Tagen einige Nutzungsbedingungen seines Bilddienstes umgeschrieben.

Rechtsgültig wird diese Änderung der Nutzungsbedingungen am 16. Januar 2013. Facebook will zunächst noch die Übernahme der Foto-Sharing-App für die Betriebssysteme iOS und Android abschließen. Für Bilder, die vor diesem Datum über Instagram verteilt wurden, gilt die Änderung nicht.

Kritiker befürchten jetzt, dass Facebook die Fotos in eine Mega-Datenbank überführt und private Schnappschüsse Bildagenturen kostenpflichtig zur Verfügung stellt.

Davon wären dann immerhin rund 100 Millionen User betroffen, denn so viele Anwender hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben im September 2012.

Nutzer protestieren - Instagram spricht von unklaren Formulierungen

Die geplanten Änderungen haben bei Nutzern eine Protestwelle hervorgerufen. Daraufhin ruderte Instagram zurück: "Wir haben keine Absicht, Ihre Fotos zu verkaufen", stellte Mitgründer Kevin Systrom klar und entschuldigte sich für unklare Formulierungen. Auch müssten sich Nutzer keine Sorgen machen, dass ihre Bilder ungefragt in Werbeanzeigen auftauchen.

Die Instagram-Nutzer störten sich vor allem an einem Punkt in den neuen Regeln, laut dem Instagram bei einer wortwörtlichen Auslegung Bilder und andere Daten Werbetreibenden zur Verfügung stellen und dafür Geld kassieren könne. Gemeint dabei sei aber nur, dass ein Nutzer zum Beispiel sehen könne, welche seiner Freunde die Fotos einer bestimmten Firma bei Instagram abonniert hätten, erklärte Systrom. "Es ist unser Fehler, dass die Formulierungen verwirrend sind." Eine neue Version solle klarer werden. Die Fotos gehörten weiterhin den Nutzern, daran wolle keiner rütteln.

Unbegründet sei auch die Befürchtung, dass Instagram-Bilder in Werbeanzeigen auftauchen könnten, erklärte Systrom. "Wir haben keine solchen Pläne und werden deswegen die Formulierung entfernen, die diese Frage aufkommen ließ." Instagram wolle klassische störende Anzeigen wie Werbebanner verhindern. Stattdessen sei die Idee, Nutzern für sie möglicherweise interessante Instagram-Accounts und Inhalte vorzustellen und damit Geld zu verdienen.

Rasantes Wachstum auf 100 Millionen Nutzer

Die umstrittene Passage in den am späten Montag veröffentlichten Nutzungsrichtlinien lautete: "Der Dienst kann teilweise oder ganz von Werbeeinnahmen unterstützt werden. Um uns zu helfen, interessante bezahlte oder gesponserte Inhalte oder Werbung zu platzieren, erklären Sie sich damit einverstanden, dass ein Unternehmen oder eine andere Einheit uns dafür bezahlt, Ihre Benutzernamen, Abbild, Fotos (zusammen mit allen anhängenden Metadaten) und/oder Aktionen, die sie vornehmen, im Zusammenhang mit bezahlten oder gesponserten Inhalten oder Werbekampagnen anzuzeigen, ohne jede Vergütung für Sie."

Außerdem warnte Instagram, dass bezahlte Services oder gesponserte Inhalte nicht unbedingt als solche ausgezeichnet werden. Weitere neue Bestimmungen hingen vor allem mit der Übernahme durch Facebook zusammen. So behielt sich Instagram das Recht vor, sämtliche Informationen inklusive Geodaten mit anderen zu teilen.

Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook hatte im Frühjahr rund eine Milliarde Dollar für Instagram mit damals rund 30 Millionen Nutzern geboten. Angesichts der massiven Kursverluste der Facebook-Aktie fiel der tatsächliche Kaufpreis am Ende einige hundert Millionen Dollar niedriger aus.

Facebook machte von Anfang an keinen Hehl daraus, dass sich die teure Übernahme am Ende rechnen soll. Auf Seite von Facebook mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern wurden die Schleusen für Instagram-Daten bereits vor kurzem mit neuen Datenschutz-Regeln geöffnet.

la/dpa/sid

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