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10.12.2012
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Immobilienblase
Crash-Angst in Istanbul

Von Richard Haimann

Blick auf Istanbul: Die Immobilienpreise am Bosporus steigen rasant
Getty Images

Blick auf Istanbul: Die Immobilienpreise am Bosporus steigen rasant

Der Immobilienmarkt in der Türkei boomt, vermögende Ausländer stürzen sich vor allem in Istanbul auf Luxusapartments. Projektentwickler stampfen immer mehr Vorhaben aus dem Boden. Banken vergeben großzügig Darlehen. Experten befürchten bereits den großen Crash.

Hamburg - Der Verkehrslärm war schon immer ohrenbetäubend in Istanbul. Doch inzwischen mischen sich in der Bosporus-Metropole noch andere Töne in die Kakophonie der Automobile, Busse, Straßenbahnen und Kleintransporter. An allen Ecken und Enden wummern Presslufthammer. Mit röhrenden Dieselmotoren heben Bagger tausende Tonnen Kubikmeter Erdreich aus. Im Minutentakt rumpeln große Brummis an Baustellen heran, um frischen Beton zu liefern.

Die 13,2 Millionen Einwohner zählende Megacity an der Nahtstelle zwischen Europa und Asien ist zum neuen Elysium der internationalen Immobilienszene geworden. Investoren aus den arabischen Emiraten, aus Europa und den USA schaufeln Milliardenbeträge heran, um neue Bürotürme, Shoppingcenter und Luxusapartments zu erwerben.

"Die Türkei ist als Immobilienmarkt bei ausländischen Investmentgesellschaften äußerst beliebt", schildert Christoph Ehrhardt, Partner bei der Beratungsgesellschaft Ernst & Young Real Estate. Das Interesse ist so gewaltig, dass der 75-Millionen-Einwohnerstaat im kommenden Frühjahr Gastland bei der internationalen Immobilienmesse MIPIM im französischen Cannes sein wird - als Nachfolger Deutschlands, das die Ehrenrolle dieses Jahr innehatte.

Türkische Projektentwickler, Baugesellschaften und Makler sind nur allzu gern bereit, den Käufern die gewünschte Ware zu liefern. In den Großstädten werden zahlreiche neue Vorhaben aus dem Boden gestampft. Allein in Istanbul sind zudem derzeit zehn Mammutprojekte mit Nutzflächen von jeweils mehr als 80.000 Quadratmetern im Bau. Bei jedem von ihnen beträgt das Investitionsvolumen mehr als eine Milliarde Euro.

Vorzeigeprojekt für 2,5 Milliarden Dollar

Das Prinzip ist überall gleich: mehrstöckige Tiefgaragen im Untergrund, Shopping im Erdgeschoss, darüber Bürotrakte und schließlich luxuriöse Apartments in den oberen Stockwerken - die teuersten Wohnungen mit Blick auf den blauen Isthmus, der die beiden Kontinente teilt.

Jeder Projektentwickler wirbt damit, ganz außergewöhnliches zu schaffen: "Unser neues Center ist einmalig in ganz Europa", schwärmt beispielsweise Ahmet Nazif Zorlu, Vorstandschef der Zorlu Group. Das türkische Mega-Konglomerat ist in zahlreichen Geschäftsfeldern aktiv: Textilien, Elektronik, Energieversorgung - und Immobilien.

Ihr bislang größtes Projekt zieht die Holding gerade im Herzen Istanbuls in die Höhe: das Zorlu Center. Für 2,5 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 1,92 Milliarden Euro, werden ein großes Hotel, ein Event- und Ausstellungszentrum, 200 Boutiquen und hochwertige Büroräume errichet. Hinzu kommen 550 Luxusapartments mit Marmor, Klimaanlage und High-Speed-Internet. 102.000 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche misst das Gesamtprojekt.

Für umgerechnet bis zu 13.850 Euro pro Quadratmeter sollen die Wohnungen veräußert werden. Dass sich für den stolzen Preis Käufer finden lassen, steht für Mehmet Even, Vize-Chef der Immobilientochter Zorlu Property, außer Frage: "Istanbul hat international so sehr an Ansehen gewonnen, dass viele Menschen heute hier ebenso gerne leben wollen, wie in Paris oder London."

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