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02.01.2013
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Gute Vorsätze
So wird was draus

Von Maren Hoffmann

Gute Gewohnheit: Am besten abends schon die Laufkleidung neben dem Bett bereit legen, als Schlüsselreiz. Der Rest kommt dann von alleine. Fast.
Corbis

Gute Gewohnheit: Am besten abends schon die Laufkleidung neben dem Bett bereit legen, als Schlüsselreiz. Der Rest kommt dann von alleine. Fast.

Anfang Januar sind Fitnessstudios und Diätgruppen stärker frequentiert als zu jeder anderen Zeit im Jahr. Selten aber halten gute Vorsätze lange an. Wie man sie nachhaltig umsetzt, erklärt der amerikanische Autor Charles Duhigg. Er hat die Funktionsweise von Gewohnheiten untersucht.

mm: Es ist Anfang Januar. Millionen Menschen haben gute Vorsätze gefasst: Mehr Sport, weniger Kaffee, gesünder essen, mehr Zeit für die Kinder. Und die meisten von uns werden auch dieses Jahr scheitern, oder nicht?

Duhigg: Natürlich werden manche scheitern. Andere aber nicht. Einige werden auch Erfolg haben. Denn: Wenn man einmal verstanden hat, wie Gewohnheiten funktionieren, wie sie sich überhaupt erst bilden, dann kann man diese Gewohnheiten auch ändern. Und auch gute Gewohnheiten etablieren. Das geht.

mm: Und wie kommen wir zu unseren Gewohnheiten?

Duhigg: Das passiert immer in drei Schritten: Es gibt einen auslösenden Schlüsselreiz, dann die Routine gewordene Handlung selbst und schließlich die mit der Handlung verbundene Belohnung. Dieser Dreiklang bestimmt, wie wir in Zukunft handeln werden. Wir haben es also selbst in der Hand.

mm: Wie geht man am besten vor?

Duhigg: Was wir am leichtesten wahrnehmen, ist die Routinehandlung selbst. Aber wenn wir die ändern wollen, müssen wir zuallererst den Schlüsselreiz identifizieren - etwa, dass der Routinehandlung immer eine bestimmte andere Handlung voraus geht, dass Sie sich in einem bestimmten emotionalen Zustand befinden oder an einem bestimmten Ort. Und dann müssen wir die Belohnung kennen, die der Ausführung folgt - und versuchen, die Routinehandlung durch eine andere zu ersetzen, die dieselbe Belohnung verspricht, Entspannung etwa oder Geselligkeit oder einen Energieschub.

mm: Sie sprechen über Gewohnheiten - aber wir treffen ja auch jeden Tag einzelne Entscheidungen. Wieviel von unserem täglichen Tun ist tatsächlich durch Gewohnheiten bestimmt?

Duhigg: Das ist wissenschaftlich recht klar erfasst. Etwa 40 bis 45 Prozent.

mm: Klingt viel.

Duhigg: Ist es auch. Aber Gewohnheiten sind ja nicht nur schlecht. Sie helfen uns auch, uns im Leben zurechtzufinden und Herausforderungen zu meistern. Denken Sie mal darüber nach, wie sehr Ihr Alltag von Routineabläufen bestimmt ist: Wie Sie Ihr Auto aus der Einfahrt bewegen. Wie, wann und wo Sie essen, wie Sie zur Arbeit kommen, wie Sie Ihre Arbeit strukturieren. Gewohnheiten haben tiefgründige Auswirkungen auf Ihr gesamtes Leben.

mm: Ist das gut oder schlecht?

Duhigg: Das ist erst einmal nichts Negatives. Wir haben nur eine beschränkte Denkkapazität. Es ist sinnvoll, dass wir nicht allzu viel davon für Routinetätigkeiten verschwenden. Wir würden sonst unsere gesamte Zeit damit zubringen, Entscheidungen zu treffen, auch für die trivialsten Dinge. Aber das Gute ist: Wenn man einmal verstanden hat, wie Gewohnheiten funktionieren, kann man gestalten. Man kann sich bewusst gute Gewohnheiten antrainieren. Man ist ja nicht dümmer, wenn man Gewohnheiten das Ruder überlässt. Sie können auch ein sehr effektives Instrument sein.

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Zur Person

  • Copyright:
    Charles Duhigg arbeitet als Wirtschaftsredakteur für die New York Times und das New York Times Magazine. Für seine Texte hat er etliche Auszeichnungen erhalten und schaffte es 2009 in das Finale für den Pulitzer-Preis.

Buchtipp

Berlin Verlag
Charles Duhigg
Die Macht der Gewohnheit

Warum wir tun, was wir tun

Berlin Verlag, Berlin 2012, gebunden, 427 Seiten, 22,99 Euro

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