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23.11.2012
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Siemens
Die Panne ist der Normalfall

Von Kristian Klooß

Schnelle Züge: Das Rennen zwischen ICE, TGV und Co.
Fotos
dapd

Siemens scheint derzeit von einer Panne zur nächsten zu schlittern. Dabei handelt es sich bei den jüngsten Hiobsbotschaften wie den Verzögerungen bei den Schnellzügen nur um business as usual - sagen Experten.

Hamburg - "Geschwindigkeit entscheidet - im Business und auf der Schiene", lautet ein Satz, mit dem Deutschlands größter Industriekonzern für sein Know-how im Zugbau wirbt. Es ist einer dieser Sätze, der ein Unternehmen schneller einholen kann als gewünscht. "Die Bahn kommt", lautet ein anderer - dem über Jahre hinweg gerne Zusätze wie "zu spät" oder "nicht" angehängt wurden.

Die Deutsche Bahn hat indes dazugelernt. Zumindest insofern, als dass sie inzwischen recht offensiv darauf hinweist, wer hinter möglichen Verspätungen oder Zugausfällen steht, sollte es im Winter unerwartet frieren. So lässt Bahnchef Rüdiger Grube kaum eine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen, dass sein Unternehmen seit mehr als einem Jahr auf sechzehn ICE-Züge von Siemens wartet - und wie "hoch unzufrieden" er mit seinem Münchener Zulieferer sei.

Dass der bereits um ein Jahr verschobene Liefertermin für die ersten acht Züge wegen Aussetzern bei der Zugsteuerung nun in letzter Minute geplatzt ist, macht die Blamage für Siemens Chart zeigen perfekt.

Zumal es beim Konzern derzeit ohnehin nicht zum Besten steht. Das ursprüngliche Jahresziel - ein Gewinn aus fortgeführtem Geschäft von mindestens 5,2 Milliarden Euro - hatte Siemens-Chef Peter Löscher schon im Sommer unter Vorbehalt gestellt. Vor drei Wochen verkündete der Siemens-Vormann dann einen Gewinnrückgang von 27 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr 2011/2012 (Ende September) auf 4,6 Milliarden Euro.

Sonne und Wasser waren ein Reinfall

Maßgeblich dazu beigetragen hatten Abschreibungen auf das Energiegeschäft von insgesamt 566 Millionen Euro im vierten Quartal. Ein Großteil davon liegt darin begründet, dass der Konzern wegen Sanktionen Projekte im Iran nicht mehr abarbeiten darf. "Iran war vielleicht eine Fehleinschätzung der politischen Lage", sagt Ingo-Martin Schachel, der den Industriekonzern für die Commerzbank analysiert. Vorwerfen mag er dies dem Management indes nicht.

Schon problematischer wirkt indes, dass Konzernchef Löscher zuletzt bei gleich zwei jungen Geschäftsfeldern die Reißleine zog. So verkündete Löscher erst Anfang November das Aus des noch unter seinem Vorgänger Klaus Kleinfeld aufgebauten Geschäfts mit der Abwasserreinigung. 2004 hatten die Deutschen den amerikanischen Konzern US-Filter mit zahlreichen Tochterfirmen weltweit erworben. Das Ziel, im weltweit fragmentierten Wassermarkt Fuß zu fassen, erwies sich im Nachhinein als Fehlplanung.

Zwei Wochen zuvor gab Siemens zudem den Ausstieg aus dem Solargeschäft bekannt. Der Konzern hatte vor allem auf Solarthermie gesetzt und dafür im Oktober 2009 die israelische Solel für 418 Millionen Dollar gekauft. Die Strategie zahlte sich jedoch nicht aus, weil Siemens den Preisverfall in der konkurrierenden Fotovoltaik falsch eingeschätzt hatte - zu einem Zeitpunkt, als der Aufstieg der chinesischen Billigkonkurrenz bereits eingesetzt hatte.

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