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23.11.2012
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Quartalsberichte
Geplapper der Märkte

Von Arne Gottschalck

Aktienanlage: Zahlen treiben Zahlen - doch müssen es so viele sein, mögen sich diese beiden Herren an der Börse Madrid fragen
REUTERS

Aktienanlage: Zahlen treiben Zahlen - doch müssen es so viele sein, mögen sich diese beiden Herren an der Börse Madrid fragen

Vierteljährlich fluten börsennotierte Unternehmen die Märkte mit Zahlen, um den Gesetzen zu genügen und um ihre Investoren zu informieren. Doch in der Flut gehen viele Informationen unter. Keine gute Entwicklung für die Börse.

Hamburg - Alle Quartale wieder legen im Dax Chart zeigen notierte Unternehmen ihre Zahlen vor. Sie erklären, wie hoch ihre Gewinne waren und wie sie in die Zukunft blicken. So sollen die Investoren sachlich informiert werden. Doch immer mehr Investoren winken ab - und sie erhalten Rückendeckung. Die Fondsgesellschaft Standard Life Investments (SLI) zum Beispiel sieht in Quartalszahlen nur eine "Ablenkung, die das Management der Unternehmen hindert, sich auf die langfristige Strategie zu konzentrieren."

Eine aktuelle Studie stützt diese Auffassung. Kirchhoff Consult und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) haben die Dax-30-Unternehmen auf die Aussagekraft der vorgelegten Zahlen untersucht. Das Ergebnis war eher durchwachsen.

Untersucht wurden vor allem die Aussagen der Unternehmen zum erwarteten Geschäftsverlauf. "Immer weniger Konzerne geben in ihren Geschäftsberichten konkrete Umsatz- und Ergebnisprognosen ab", heißt es in dem Papier. Statt Transparenz wird also eher Mattglas geliefert. Entsprechend wird gerätselt.

"Ausblicke sind komplex", sagt auf Nachfrage Frances Hudson, die bei SLI Investmentdirektor ist: "Wenn Unternehmen schmallippig mit ihrem Ausblick sind, kann das auch an Dingen liegen, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen, oftmals an politischen Gründen."

Und trotz dieser Unzulänglichkeiten überschätzen viele Menschen den Wert des Datenflusses, schreibt John Kay. Kay ist Professor für Wirtschaftswissenschaften unter anderem an der Universität von Oxford und wurde vom britischen Wirtschaftsminister Vince Cable gebeten, den Zusammenhang zwischen Real- und Finanzwirtschaft in Großbritannien zu analysieren.

"Daten sind keine Informationen, Informationen sind kein Wissen, Wissen ist kein Verständnis und Verständnis ist keine Weisheit", schreibt er in seinem Bericht und zitiert aus dem Buch "Nothing to hide" von Clifford Stoll und Gary Schubert. Viele der Daten seien einfach nur Lärm, auch wenn man immer versuche, Bedeutung hineinzuinterpretieren.

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