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14.11.2012
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E-Scoring
Wie Onlineshopper durchleuchtet werden

Von Mirjam Hecking

Die Durchleuchter: Wer beim Geschäft mit Onlinescoring mitverdient
Fotos
Corbis

Erst die Ware, dann das Geld: Auch im Onlineshop zahlen die Deutschen am liebsten auf Rechnung. Doch die Zahlungsfähigkeit der Kunden ist besonders für kleine Händler schwer zu durchschauen. Hilfe bieten Firmen, die die Kunden unauffällig durchscannen - mit teils erstaunlichen Erkenntnissen.

Hamburg - Für Jörg Arndt war es ein Glücksgriff. Zwar konnte sich der Chef des Einrichtungsspezialisten Butlers nicht über mangelnde Besucher im hauseigenen Onlineshop beklagen. Doch beim Umsatz gab es durchaus Verbesserungspotenzial. Statt nach dem Stöbern in Dekoartikeln und Möbeln eine Bestellung aufzugeben, verließen viele Kunden die Online-Seiten ohne einen Einkauf. Selbst mit gefülltem Warenkorb brachen viele den Bestellvorgang vorzeitig ab.

Nun schnellten die Bestellungen plötzlich nach oben. Der Grund: Arndt bot seinen Kunden die Möglichkeit, Ware auf Rechnung zu bestellen. Künftig konnten sie ihren Einkauf begutachten, bevor sie zahlten und bei Nichtgefallen problemlos zurückschicken, ohne Zeit und Energie in die Rückerstattung des Kaufpreises zu verschwenden.

Wenn es ums Einkaufen im Internet geht, lieben es die Deutschen traditionell. Sie zahlen am liebsten auf Rechnung. Für zwei Drittel der Kunden ist sie die bevorzugte Zahlungsform. Wird die nicht angeboten, lassen zwei von fünf Kunden selbst ihren gefüllten Warenkorb stehen, wie die Marktforscher des Kölner Marktforschungsinstitutes EHI herausfanden.

Damit, seine Kreditkartedaten anzugeben und womöglich noch auf eine andere Internetseite umgeleitet zu werden, hat hingegen so mancher seine Probleme. Eine Kreditkarte hat ohnehin nur jeder Dritte.

Erst die Ware, dann das Geld - für viele Händler ist das riskant

Doch die Kunden die Ware erst nach Auslieferung bezahlen zu lassen, ist für die Händler riskant. Während große Versandhändler teils über riesige Datenbanken verfügen, die ihnen Auskunft über die Bonität der Käufer erteilen, stecken die kleineren häufig in einem Dilemma.

Bieten sie keine Zahlung auf Rechnung an, kauft die Mehrzahl der Kunden einfach woanders. Gehen sie in Vorausleistung, gehen sie ein erhebliches Risiko ein: Weder wissen sie, ob der angebliche Kunde tatsächlich existiert, noch ob und wann sie ihr Geld überhaupt zu sehen bekommen.

Die Probleme sind erheblich: 95 Prozent aller Onlinehändler haben laut einer Studie des Regensburger Forschungsinstituts Isi-Research schon Probleme mit dem Eintreiben ausstehender Rechnungen gehabt.

Diese Marktlücke hat vor einigen Jahren eine ganze Reihe von Dienstleistern entdeckt. Sie heißen Billsafe, Ratepay, Billpay, Klarna oder Payolution und bieten Unternehmen an, für sie das Risiko eines Zahlungsausfalls zu übernehmen. Sprich: der Onlinehändler bekommt sein Geld auch dann, wenn der Kunde gar nicht zahlt. Und bei Bedarf übernehmen die Dienstleister auch noch das Handling der Rechnungsstellung und das möglicher Mahnungen. Sogar Ratenkauf bieten einige an - für eine angemessene Entlohnung. Die liegt laut einer Studie von Forschern der Uni Regensburg zwischen 3 und 8 Prozent.

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