Freitag, 16. November 2018

Ziele erreichen "Wille schlägt Talent"

Kraftanstrengung: Auch sie kann zum Erfolg führen. "Gewonnen wird im Kopf. Wille schlägt Talent", sagt Motivationsexperten Dirk Schmidt.

Die Krise vergessen und in Chancen denken - wie soll das gehen? Oder sind das alles nur wohlfeile Worte? "Gewonnen wird im Kopf", sagt der Motivationsexperte Dirk Schmidt. Ein Gespräch.

mm: Rekordverschuldung, Weltwirtschaft angeschlagen - wie schwer ist es, aktuell in Chancen zu denken?

Schmidt: Der Wunsch nach Wohlstand, Wachstum und Glück ist menschlich. Die Frage ist nur: Muss alles immer sofort sein? Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht, heißt es in China. Es ist Geduld gefragt in Richtung Nachhaltigkeit.

mm: Ist das eine Frage des Naturells?

Schmidt: Sicher ist unser Naturell ein starker Faktor unserer individuellen Persönlichkeit. Es kommt jedoch mehr auf die innere Einstellung und die eigene Motivation an. Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel absolviert zum Beispiel jedes Rennen vorab unzählige Male im Kopf und spielt alle Eventualitäten mental durch. Umso gelassener fährt er dann das Rennen wirklich. Erfolgreich sein, wenn es darauf ankommt. Das ist das Entscheidende. Mein Credo: "Gewonnen wird im Kopf. Wille schlägt Talent."

mm: Wie kann man das Denken ändern?

Schmidt: Kooperation statt Konkurrenz. Das gilt auch für die Vorgänge im Gehirn. Wer seine Ängste kennt und Schwächen akzeptiert, wird merken, dass sie im Grunde nur Hinweisschilder auf dem Weg zum Ziel sind. Sie fordern uns heraus, damit wir uns selber fördern. Wie wir die kleinen Schalterchen im Gehirn umlegen können, damit wir uns manchmal nicht selbst im Weg stehen, das vermittle ich anschaulich, überraschend und lebensnah bei meinen Veranstaltungen.

mm: Welche Rolle spielt Erfahrung dabei - erschwert oder vereinfacht Erfahrung das Umdenken?

Schmidt: Das Gehirn ist kein Porsche. Es ist ein schweres Gerät. Umdenken dauert. Aber wenn es einmal richtig in Gang gekommen ist, entwickelt es Sogwirkung zum Ziel und ist nur schwer aufzuhalten. Erfahrung ist ein starkes "can", aber kein "must". Sie hilft uns, Hindernisse auf dem Weg zum Ziel gelassener meistern zu können.

mm: Wie halten Sie das Gleichgewicht - trotz optimistischen Denkens die potentiellen "Klippen" im Hinterkopf zu behalten?

Schmidt: Andersrum. Ich habe die "Klippen" im Fokus und mein optimistisches Denken stattet mich im Hinterkopf mit Energie, Ideen und Handlungssicherheit aus, um die "Klippen" zu meistern, wenn sie mich betreffen sollten. Die meisten angstvollen Gedanken, die wir uns bewusst machen, treten in unserem Leben jedoch niemals wirklich zu Tage. Schauen Sie einmal in Ihrem Leben zurück.

mm: Vollenden Sie bitte den Satz - "Je länger die Krise dauert, um so …"?

Schmidt: ... länger haben wir Zeit, uns darüber bewusst zu werden, dass wir eigentlich gar keine Krise haben. Vor allem nicht in Deutschland. Sie gehört dazu. Sie ist Teil der globalen Evolution.

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