Dienstag, 20. November 2018

Siemens-Konzernzentrale Die fünf Höfe der Nachhaltigkeit

Siemens-Konzernzentrale: Neue Heimat
Siemens

Muss der Architekt eines "Headquarters" bauen, was ein Konzern ist oder was ein Konzern sein will? Die neue Siemens-Zentrale in München hat Henning Larsen Architects aus Kopenhagen entworfen. Es wird kein Symbol globaler Macht, sondern eine Abfolge von Höfen im Herzen Münchens.

München - "Natürlich gab es ein schriftliches Briefing für alle teilnehmenden Architekturbüros. Doch da gibt es immer etwas zwischen den Zeilen. Und das gilt es zu treffen". Das sagt Louis Becker, Partner und einer der drei Chefs des 1959 gegründeten Kopenhagener Architekturbüros Henning Larsen, im Gespräch mit manager magazin.

2000 Stunden Arbeit haben acht Mitglieder des Büros in den Wettbewerbsbeitrag gesteckt und am Ende gegen elf andere Konzepte gewonnen. Mit nur einer Gegenstimme hat die 22-köpfige Jury (davon sieben Siemens-Mitglieder) für Beckers Entwurf gestimmt. Alle Wettbewerbsbeiträge werden am heutigen Abend bei einer Ausstellungseröffnung im Siemens-Forum gezeigt.

Neue Büros für 1200 Mitarbeiter

Siemens-Chef Peter Löscher baut für rund 100 Millionen Euro Ersatz für einen unübersichtlichen und zum Teil hässlichen Bürokomplex am Rande der Münchener Innenstadt. Durch die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs und durch die frühe Einbeziehung der Stadt München in die Planung wollte Siemens den Prozess möglichst offen und konfliktfrei gestalten. Bisher scheint das zu gelingen. In einem Jahr erwartet man die Baugenehmigung, beginnt aber schon einmal mit dem Umzug der Mitarbeiter. Im Herbst 2012 sollen die Abrissarbeiten beginnen, der Neubau bis Ende 2015 fertiggestellt sein.

"Hier entsteht ein großes Projekt in einem sensiblen Teil der Stadt. Es ist ein Hauptquartier, eine Unternehmenszentrale, aber auf eine andere Art", erklärt Becker. "Es galt nicht, mithilfe der Architektur die Muskeln spielen zu lassen und sich einzumauern. Man will sich öffnen, die Menschen einladen, Zugang gewähren, Teil von etwas sein". Die Entscheidung zu treffen, das Herz der Siemens-Welt mitten in die Stadt zu legen und nicht auf die grüne Wiese, zeige eine gewisse Haltung. Man nehme damit bewusst gewaltige Einschränkungen in Kauf.

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