Mittwoch, 25. Mai 2016

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Kaffee-Trends Draußen nur Kännchen war vorgestern

Kaffee: Die Qualität von Kaffee wird übrigens durch drei ungefähr gleichwichtigen Faktoren geprägt: Bohne, Röstung und Zubereitung

2. Teil: Von wegen reine Nische

Derzeit gibt es in Deutschland rund 700 Röstereien, darunter zahlreiche kleine Spezialitätenröster. "Das zeigt, dass dieser Markt mit sehr hochwertigen Kaffees, die besonders geröstet werden, einen Trend mit weiterem Potential darstellt", erklärt Preibisch.

Thimo Drews und Andreas Wessel-Ellermann von der kleinen Rösterei Speicherstadt-Kaffee würden diese Einschätzung sofort unterschreiben. "Die Handvoll der Großen der Branche haben Jahrzehnte um Marktanteile gegeneinander gekämpft und dabei auf Menge zu Tiefpreisen gesetzt. Der Maschinenpark besteht daher weitgehend aus industriellen Schockröstungsanlagen. Bei einer bekannten Hamburger Großrösterei werden zum Beispiel 220 bis 240 Tonnen Massenware täglich geröstet. Wir bringen es auf etwa 100 Tonnen Gourmetkaffee im Jahr", sagt Drews. "Flexibilität auch durch kleine Röstanlagen ist wichtig, denn die besten Rohkaffees gibt es meist nicht in großen Mengen, wie sie Industrieröster benötigen würden. Überschaubare sogenannte 'Lots', bestehend aus teils nur wenigen Dutzend Sack, werden nicht über die Börse gehandelt, sondern über Netzwerke", fügt Geschäftspartner Wessel-Ellermann hinzu.

Klein gegen groß, das ist vermutlich eine logische Entwicklung. Denn der ruinöse Wettbewerb um das günstigste Pfund Kaffee hat seine Spuren bei den Großanbietern hinterlassen - und Lücken für die Kleinen gerissen.

"Ich werde diesen Weg weiter verfolgen, um unseren Kunden auch weiterhin die gewohnt hohe Qualität bieten zu können" sagt Wiedenlübbert. Luft genug dürfte für die Visionen der Kleinen geben. Immerhin wurden 2010 in Deutschland 406.500 Tonnen Röstkaffee und 12.500 Tonnen purer löslicher Kaffee abgesetzt.

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