Sonntag, 19. November 2017

Boulevard der Stars Ein Mini-"Walk of Fame" für Berlin

Den erste Stern: Bereits im Februar wurde Marlene Dietrich auf dem "roten Teppich" von Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit und Filmhistoriker Gero Gandert geehrt

Ein Hauch von Hollywood weht zukünftig in Berlin. Am morgigen Freitag wird der "Boulevard der Stars" am Potsdamer Platz freigegeben. Er ist eine Ehrung für Film- und Fernsehgrößen, und gleichzeitig ein Denkmal für Berlin als Filmstadt. In den Boden eingelassene Messingsterne sollen die Künstler ehren, 40 sind es schon.

Berlin - Was für Hollywood der "Walk of Fame" ist, soll für Berlin der "Boulevard der Stars" werden: Am Freitag will der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Potsdamer Platz im Zentrum der Hauptstadt den 320 Meter langen Weg eröffnen, auf dem deutschsprachige Filmgrößen für ihr Schaffen geehrt werden sollen. Zu den ersten 40 geehrten Künstlern zählen Weltstars wie die Schauspieler Romy Schneider, Marlene Dietrich und Bruno Ganz, aber auch im Hintergrund von Filmproduktionen wirkende Persönlichkeiten wie der durch Wim-Wenders-Filme bekannt gewordene Cutter Peter Przygodda oder der Komponist Klaus Doldinger.

Der "Boulevard der Stars" besteht nach dem Vorbild des roten Teppichs bei Filmpremieren aus rot gefärbtem Asphalt. Die dort eingelassenen Sterne sind aus Messing. Die Initiative zu dem Projekt im Herzen Berlins ging von dem Filmhistoriker Gero Gandert aus, die Auswahl der Stars trifft eine Jury. Zu ihr gehören neben dem auf Lebenszeit dort gesetzten Gandert je ein Vertreter der Deutschen Filmakademie, des Adolf-Grimme-Instituts, der Berlinale und der Deutschen Kinemathek. Zu den aktuellen Jurymitgliedern zählt etwa die von der Filmakademie entsandte Schauspielerin Senta Berger.

In den kommenden Jahren sollen jedes Jahr sieben bis zehn weitere Persönlichkeiten ihren Stern auf dem Berliner Boulevard bekommen. Die Auswahl der in der ersten Runde leer ausgegangenen Filmschaffenden ist dabei lang: So schafften es die beiden jüngsten deutschen Oscar-Regisseure Florian Henckel von Donnersmarck ("Das Leben der Anderen") und Caroline Link ("Nirgendwo in Afrika") ebenso wenig wie die Schauspielgrößen Heinz Rühmann, Gert Fröbe oder der Berliner Harald Juhnke im ersten Anlauf auf den Boulevard.

Bis zur Größe des "Walk of Fame" ist es für den Berliner "Boulevard der Stars" aber ein sehr weiter Weg: In Hollywood bekommt kommenden Dienstag der in Deutschland wenig bekannte Komiker Bill Maher den Stern Nummer 2417. Die in Berlin geehrte Marlene Dietrich hat in Hollywood schon seit 50 Jahren ihren Stern, ebenso finden sich auf dem "Walk of Fame" die nun auch in Berlin verewigten Regisseure Fritz Lang und Billy Wilder.

sk/afp

© manager magazin 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH