Samstag, 17. November 2018

Milliardärsbesuch Abramowitsch, der Lübecker Hafen und die Fußball-WM

Vor wenigen Tagen kaufte Roman Abramowitsch den deutschen Fußballstar Michael Ballack für seinen Verein FC Chelsea. Klar, dass der russische Milliardär mit dem großen Hobby Fußball auch bei der WM dabei sein wird. Mit seinen Luxusyachten will er angeblich vier Wochen lang in Lübeck ankern.

Lübeck - In der Regionalliga hat es für den heimischen VfB wieder nicht für den Aufstieg in den Profifußball gereicht, doch jetzt kann die Hansestadt Lübeck doch noch am ganz großen Sport schnuppern. Offenbar will der russische Multimilliardär Roman Abramowitsch während der gesamten Fußball-WM mit seinen legendären Luxusyachten im Lübecker Hafen vor Anker gehen.

107 Meter Luxus:
Die Yacht "Le Grand Bleu" des Ölmilliardärs Abramowitsch 

Der mit einem Vermögen von über 15 Milliarden Euro zu den reichsten Männern der Welt gehörende Russe wolle zum Pfingstfest mit seinen beiden Yachten "Le Grand Bleu" und "Pelorus" in der Marzipanstadt einlaufen, berichten die "Lübecker Nachrichten".

Im Hafen ist diese Meldung Tagesgespräch, wenn auch von offizieller Seite noch Zurückhaltung geübt wird. Ein Sprecher der Lübecker Hafengesellschaft wollte den Milliardärsbesuch gegenüber manager-magazin.de weder bestätigen noch dementieren.

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe zeigte sich erfreut über den möglichen Gast: "Als Touristenstadt an der Ostsee tun wir alles dafür, dass sich die Gäste bei uns wohl fühlen", sagte Saxe. "Dies gilt auch für Herrn Abramowitsch, wenn er tatsächlich vorhaben sollte, uns in den nächsten Wochen zu besuchen und sich hier einige Tage oder auch Wochen aufhalten sollte. Er ist herzlich willkommen."

Aus Kreisen erfuhr manager-magazin.de, dass im Hafengebiet bereits über die besten Liegeplätze für die beiden Hochseeyachten diskutiert wird. Wichtig sei eine geeignete Landefläche für den Hubschrauber, mit denen Abramowitsch zu den einzelnen WM-Spielen starten wird. Das dürfte allerdings kein Problem sein, denn Freiflächen gibt es im Lübecker Hafen genug. Und notfalls bieten die Yachten genug Platz, dass der Hubschrauber auch direkt auf ihnen landen und starten kann.

So könnte der in London lebende Ölbaron Abramowitsch dann immer von Lübeck aus zu den WM-Spielen einfliegen und unter anderem seinen neuesten Einkauf für den FC Chelsea, den deutschen Mittelfeldspieler Michael Ballack, bei der Arbeit beobachten.

Leidenschaft Fußball:
Abramowitsch mit seiner Frau Ira beim Spiel des FC Chelsea
Denn der Milliardär, der sein Geld mit einem Firmenimperium aus Öl, Gas, Aluminium, aber auch Nahrungsmitteln und Fluglinien verdient, hat neben Luxusyachten eine zweite große Leidenschaft - den Fußball. Und als Besitzer des Clubs aus dem Londoner Vorort konnte er gerade erst die erneute Meisterschaft in der Premier League feiern.

Auch in England schwebt Abramowitsch gerne per Hubschrauber zu den Spielen ein - im Schlepptau immer ein Tross aus Freunden, Familie, Leibwächtern und Bediensteten. Seine sogar mit einem Raketenabwehrsystem ausgestattete Boeing 767 wird nach Informationen der "Lübecker Nachrichten" aber wohl vorerst nicht am nahen Flughafen in Blankensee landen.

Doch schon die Yachten sind schwimmende Domizile des Luxus und Publikumsmagnete in jedem Hafen. So verfügt die über 107 Meter ausgedehnte "Le Grand Bleu" über ein 23 Meter langes Motorboot, das zusätzlich an Bord mitgeführt wird, sowie ein Mini-U-Boot für den Fall, dass Minen aufgespürt werden müssen. Über 50 Mann Besatzung kümmern sich um die Gäste des mit allem Luxus ausgestatteten Schiffes, das Abramowitsch dem Microsoft-Gründer Paul Allen abgekauft hat.

Freuen könnte sich Lübecks Gastronomie, wenn sich Abramowitsch genauso verhält wie zur Europameisterschaft in Portugal. 2004 ankerte er im Hafen von Lissabon und ließ diverse Spitzenrestaurants komplett reservieren. Gespeist wurde dann am Abend freilich nur in einem Lokal.

Doch so eine Fußball-WM dauert ja vier Wochen, und da ist besonders bei Multimilliardären kulinarische Abwechslung gefragt. Dass die norddeutsche Boulevardpresse ihm dabei möglichst genau zuschauen möchte, dürfte ihn kaum beeindrucken - aus London ist Abramowitsch weit Schlimmeres gewohnt.

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