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10.09.2010
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Dumfries-House

Prince Charles und das Millionendesaster

Dumfries House: Das Millionendebakel des Prinzen
Fotos
Getty Images

2. Teil: Viel Geld "für einen Haufen brauner Möbel"

Offen blieb eine Summe von 20 Millionen Pfund - mit diesem Betrag wurde nun ausgerechnet die Dachorganisation beliehen, die sich unter Charles' Schirmherrschaft sozialen Projekten widmen soll, die "Prince's Charity Foundation".

Da Dumfries House unveräußerlich ist, stellt das zum Anwesen gehörende Acker- und Bauland die einzige Sicherheit für den Deal dar. Der Wert wurde ursprünglich mit knapp 15 Millionen Pfund bemessen, schrumpfte seit der Finanzkrise jedoch auf 8,7 Millionen Pfund. Der Prince of Wales reiht sich - schlimmer, seine Stiftung - damit nunmehr in das Heer verschuldeter Eigenheimbesitzer ein.

Erneut muss sich Charles nun also verhöhnen lassen, diesmal wegen eines allzu blauäugigen Investments, zumal bekannt wurde, dass der Prinz Dumfries vor dem Kauf nicht einmal in Augenschein genommen hatte. Viel Geld, so spottet man im Königreich, sei ausgegeben worden "für einen Haufen brauner Möbel".

"Wir hatten ein bisschen Pech", musste auch sein Sprecher Sir Michael Peat eingestehen. "Wir haben den Crash bei Baulandpreisen nicht vorhersehen können, aber da sind wir ja auch nicht die Einzigen." Im Beraterkreis des Prinzen wird laut "Times" bereits geflachst, "Kauf nie ein Haus für 43 Millionen, ohne es dir vorher anzugucken." Ob sich der erneute Imageschaden für Charles so einfach wegwitzeln lässt?

Zahl der Kritiker wird immer größer

Von der linksliberalen Presse muss sich der Thronfolger mit schöner Regelmäßigkeit die Schattenseiten seines Gutmenschentums aufzählen lassen. So trat Charles samt Gefolge am Montag eine fünftägige Zugtour durchs Land an. Die sogenannte Startkampagne soll das ökologische Bewusstsein der Briten fördern. "Der Zug ist mit einem Arbeitszimmer, einem opulenten Speisezimmer, einer Schlafzimmer-Suite komplett mit Bädern für 'sie und ihn' ausgestattet, der Trip wird den britischen Steuerzahler mindestens 50.000 Pfund kosten", giftete der "Guardian".

Der "Independent" bezichtigte den selbst ernannten Ökoritter Charles unlängst gar der "grünen Geldwäsche" und rechnete vor, wie sich der 61-Jährige trotz verbesserter Einnahmesituation seiner Mustergüter Steuervergünstigungen verschaffe, in dem er in großem Umfang Ökoinvestitionen abschreibe - wozu auch die Umrüstung seines Limousinenfuhrparks auf organischen Treibstoff gehöre.

Nun reiht sich also selbst die königstreue "Times" mit der Enthüllung der Dumfries-House-Affäre in den Chor der Kritiker ein. Zwar beeilt man sich, zu betonen, dass die "persönliche Integrität" des Thronfolgers außer Frage stehe, dennoch stehe nun einmal fest, dass die Stiftung, die eigentlich Geld an soziale Einrichtungen verteilen soll, nun mit einer Millionenschuldenlast dastehe.

So viel ungestümes republikanisches Rebellentum goutiert nicht jeder "Times"-Leser. "Vor einem Jahr habt ihr ihn wegen seines humanitären Engagements noch in den Himmel gehoben", beschwert sich ein Abonnent, "jetzt verdammt ihr ihn für den Preis einer guten Schlagzeile."

Das Millionendesaster des Thronfolgers

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