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08.09.2010
 

Israel

Mit dem Sammeltaxi durchs Heilige Land

Israel: Von Strandleben bis Sittenstrenge
Fotos
TMN

Millionen Pilger sind alljährlich in Israel auf der Suche nach den Ursprüngen des Christentums. Die Touristenpfade zu den heiligen Stätten sind inzwischen ziemlich ausgetreten. Aber wer sich auf das Land selbst einlässt, kann in Israel großartige Landschaften und spannende Kontraste entdecken.

Jerusalem - Der Metallstern ist schon etwas abgegriffen von den Hunderttausenden Händen, die ihn berührt haben. Manche Pilger fallen bei seinem Anblick überwältigt in Ohnmacht, andere lesen in der Bibel nach: "Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe." Hier wurde der Weihnachtsgeschichte zufolge Jesus geboren.

Seit Jahrhunderten reisen Christen um die Welt, um in der Geburtsgrotte in Bethlehem zu beten. Kriege wurden um diesen Ort geführt - und bis heute ist Bethlehem ein Beispiel für die Verworrenheit im Heiligen Land: eine christlich geprägte Kleinstadt im muslimischen Westjordanland im jüdischen Staat Israel.

Wer nach Israel reist, erlebt immer eine Mischung aus Spiritualität, religiöser Konkurrenz und politischen Konflikten. 2,7 Millionen Touristen kamen im vergangenen Jahr, die meisten waren christliche Pilger. Aber man muss nicht tief gläubig sein, um in Israel einen schönen Urlaub zu verbringen. Neben biblischen Orten und historischen Denkmälern bietet das Land eine großartige Natur: die bewaldeten Hügel Galiläas, die zerklüftete Wüste Negev oder den Zankapfel Golanhöhen mit der großartigen Aussicht.

Die Tourismusbranche stellt sich zunehmend auf Individualreisende ein, die nicht im Reisebus von einer Kirche zur nächsten gefahren werden wollen. Aus Deutschland kamen im vergangenen Jahr nach Angaben des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüros schon 51 Prozent der Reisenden auf eigene Faust. Die meisten Hotels bieten Internetseiten, über die man mit ein paar Klicks ein Zimmer reservieren kann.

Unterwegs auf dem Jesus Trail

Im ganzen Land sind Wander- und Radwege ausgeschildert, auf denen man sich auch ohne ortskundigen Führer problemlos zurechtfindet. Der Jesus Trail in Galiläa führt Wanderer zu wichtigen Schauplätzen des Neuen Testaments. Und auf dem Israel Trail fahren Radler einmal von Norden nach Süden durch das ganze Land.

Trotzdem: Ein einfaches Reiseland ist Israel nicht. Ständig brodeln politische und religiöse Konflikte - mal deutlich sichtbar, mal nur unterschwellig. Wer auf eigene Faust durch das Land reist, sollte die Sicherheitslage genau im Blick behalten. Internationale Flüge nach Israel landen auf dem Ben-Gurion-Flughafen etwas außerhalb von Tel Aviv. Von dort können Reisende zwei Richtungen einschlagen: Mit dem Sherut, dem Sammeltaxi, nach Jerusalem oder mit dem Zug oder Taxi nach Tel Aviv.

Wer sich zunächst langsam an das Klima und das Leben im Nahen Osten gewöhnen will, ist in Tel Aviv gut aufgehoben. Die Stadt am Mittelmeer ist völlig untypisch für das sonst so streng religiöse Israel. Frauen laufen im Minirock durch die Straßen, und mit dem Einbruch der Dunkelheit beginnt am Strand und in den vielen Clubs die Party. Selbst am Samstag, wenn Jerusalem und viele andere Städte wegen des Sabbats stillstehen, geht das öffentliche Leben hier weiter. Lohnenswert ist ein Abstecher ins mittelalterliche Jaffa, das heute zu Tel Aviv gehört. An der Mittelmeerpromenade entlang braucht man eine knappe Stunde zu Fuß.

Eine Zugstunde nördlich von Tel Aviv liegt die Stadt Haifa, wo jüdische und arabische Israelis vergleichsweise friedlich zusammenleben. Vom Berg Karmel hat man einen weiten Blick über die Stadt, den berühmten Bahaischrein und die große Mittelmeer-Bucht. Auf keinen Fall versäumen sollte man ein Stück weiter nördlich die Kreuzfahrerstadt Akko mit ihrem Gewirr aus mittelalterlichen Altstadt-Gassen und einem urigen Basar.

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Unterwegs in Israel

Von Deutschland aus gibt es 60 Direktverbindungen pro Woche nach Israel. Die meisten Flüge betreiben El Al, Lufthansa und Air Berlin. Deutsche, die nach dem 1. Januar 1928 geboren sind, benötigen bis zu einem Aufenthalt von drei Monaten kein Visum. Ein Reisepass genügt. Am Flughafen werden Individualtouristen penibel kontrolliert und sehr detailliert über ihre Reiseplanung befragt.

Hauptreisezeit ist im Frühling und im Herbst. Von Juni bis September ist es oft brütend heiß, von November bis Februar regnet es regelmäßig.

Hebräisch und Arabisch sind die Amtssprachen, aber fast alle wichtigen Informationen gibt es auch auf Englisch.

Israel hat ein sehr dichtes Netz an Überlandbussen, die alle Städte ansteuern. Züge fahren nur auf den Hauptstrecken. Zwischen kleineren Städten pendeln Sammeltaxis, sogenannte Sheruts.

Hotels gibt es in allen Preislagen. Christliche Hospize bieten einfache Zimmer an, die aber oft sehr früh ausgebucht sind. Einen besonderen Reiz haben Unterkünfte in den 280 Kibbuzim, ursprünglich sozialistisch organisierten Dorfgemeinschaften.

In Israel zahlt man mit dem Neuen Israelischen Schekel (NIS). Ein Euro ist ungefähr fünf Schekel wert. Die meisten Hotels stellen ihre Rechnungen allerdings in US-Dollar aus, denn bei ausländischen Währungen entfällt die Mehrwertsteuer. Bei Preisen im Restaurant ist der Service nicht inbegriffen. 10 bis 15 Prozent für den Kellner gelten als angemessen.









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