mm: Die Fußmatten können Ihre Kunden ja auch selbst raus nehmen, wenn sie wollen.
Stephenson: Nein, wenn unsere Kunden darauf bestehen, dann machen wir es auch für sie.
mm: Es heißt, das Design des MP4-12C gehorcht zu 100 Prozent den Notwendigkeiten der Aerodynamik. Ist das für einen Designer nicht ein wenig langweilig?
Stephenson: Nein, es ist eine Herausforderung. Sie müssen die Aerodynamik zwar verbessern und verbessern, aber das Auto darf hinterher nicht grauenhaft aussehen. Was haben Sie schließlich davon, wenn Sie das aerodynamischste Auto der Welt haben, aber es sieht aus wie ein eigenartiger Wassertropfen? Niemand würde es kaufen. Wenn man sich allerdings an die wesentlichen Gesetze der Aerodynamik hält, wird das Auto ohnehin gut aussehen. Wichtig ist zum Beispiel die Oberflächengestaltung.
mm: Inwiefern?
Stephenson: Autos haben in der Regel eine glatte Oberfläche. Wenn Sie sich aber anschauen, was in der Natur besonders schnell ist, dann stoßen Sie selten auf glatte Oberflächen.
mm: Ein Beispiel?
Stephenson: Vor einem Jahr kaufte ich auf einem Markt in Florida einen zehn Fuß langen Segelfisch, der heute in meinem Büro an der Wand hängt. Diese Art zählt zu den schnellsten Fischen überhaupt. Wenn man sich die Haut dieser Fische sehr genau anschaut, erkennt man kleine Kerben darin, in denen sich bei schneller Bewegung Luftblasen bilden. Wenn der Fisch schwimmt, ist das Wasser also kaum direkt mit ihm in Berührung, sondern mit einer Luftschicht, die ihn umgibt. Das macht ihn schneller.
mm: Und dieses Prinzip haben sie auf den MP4-12C übertragen?
Stephenson: Ja. Das Prinzip ist, dass die Luft nicht auf das Auto prallt, sondern darüber hinweg gleitet. Dadurch wirkt sie sogar beschleunigend.
mm: Lassen Sie uns über ihre Kunden sprechen. Welche Art von Menschen sind es, die Autos wie den MP4-12C kaufen?
Stephenson: Es sind vor allem Menschen, die sich für Autos begeistern, nicht solche, die einfach nur Geld ausgeben wollen. McLaren ist nicht so bekannt wie beispielsweise Ferrari, die man überall auf der Welt kennt, wie Coca-Cola. Uns kennt man lediglich durch die Formel 1. Und zum Beispiel in den USA ist die Formel 1 ungefähr so populär wie Cricket in Deutschland. Die Menschen, die sich für unsere Autos interessieren, sind technikbegeistert und sie interessieren sich für das Neue. Und das sind nach meiner Meinung auch die richtigen Kunden für ein solches Auto.
mm: Aber es sind ja schon vermögende Leute, solche also, die in der Mehrzahl eigentlich schon so ziemlich alles haben.
Stephenson: Also, dieses Auto ist kein Spielzeug, wenn Sie das meinen.
mm: Aber wer es kauft, hat in der Regel schon einige andere. Ihr Auto ist ja kein Alltagswagen für die Fahrt ins Büro.
Stephenson: Im Gegenteil, es ist sehr wohl dafür geeignet. Im Innenraum ist deutlich mehr Platz als bei anderen Autos dieser Klasse. Da können Sie auch Ihre Jacke ablegen oder einen kleinen Einkauf. Sie können das Auto täglich benutzen, wenn Sie wollen.
mm: Dennoch, wenn jemand sehr vermögend ist und bereits eine Reihe von Autos hat, kann er dann nicht vernünftigere Dinge mit seinem Geld tun, als sich so ein Auto zu kaufen?
Stephenson: Aber wir sprechen hier von leidenschaftlichen Autofreunden. Die müssen diesen Wagen unbedingt haben. Das sind Menschen, bei denen das Auto zuerst kommt, noch vor der Frau, den Kindern und dem Hund.
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