Donnerstag, 9. Februar 2012, 17:11 Uhr

manager magazin



Reisemanager magazin RSS  - Reise - Reise

Alle Artikel und Hintergründe

03.09.2010
 

Antarktis

Pinguin-Party im ewigen Eis

Antarktis: Zwischen Eisbergen und Pinguinen
Fotos
TMN

Früher waren es vor allem Wissenschaftler und Walfänger, die sich in Richtung Antarktis aufmachten. Heute folgen viele Urlauber ihren Spuren. Zu den Höhepunkten einer Kreuzfahrt zum kalten Südkontinent gehören gigantische Eisberge und viele kleine Pinguine.

Ushuaia - Steine bedeuten für Pinguine Reichtum. Für die Kiesel legen sie weite Wege zurück, streiten sich mit dem Nestnachbarn und werden mitunter auch zu Dieben. Wer viele Steine hat, ist attraktiv als Partner und hat ein trockenes Nest. Wer die Frackträger beim Sammeln beobachten möchte, muss allerdings weit reisen: Von Mitteleuropa aus sind es Zehntausende Kilometer bis in die Antarktis - den kältesten, windigsten und am wenigsten erschlossenen Kontinent der Erde, dessen Fläche zu fast 98 Prozent von Eis bedeckt ist. Im Gegensatz zur Arktis hat die Antarktis aber festen Boden zu bieten - und Steinchen.

Von Deutschland aus fliegt man knapp 14 Stunden nach Buenos Aires, dann noch einmal vier Stunden nach Feuerland. Die Provinzhauptstadt Ushuaia ist der Haupthafen für Expeditions- und Kreuzfahrtschiffe. 35 von ihnen pendeln im Südhalbkugelsommer zwischen Ushuaia und der Antarktis. Dazu gehören der Eisbrecher "Kapitan Khlebnikov" des US-Reiseveranstalters Quark Expeditions, das Ex-Forschungsschiff "MS Plancius" der niederländischen Reederei Oceanwide, die "MS Fram" des norwegischen Seereisenveranstalters Hurtigruten sowie die "Hanseatic" und die "Bremen" von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten aus Hamburg.

Die Reisen dauern meist 13 bis 22 Tage. Das bedeutet aber beileibe nicht, dass sich die Touristen auch so lange im ewigen Eis aufhalten. Bevor nach der Abfahrt in Ushuaia die ersten Inseln in Sicht kommen, müssen der Beagle-Kanal durchfahren und die Drake-Passage überwunden werden - und Letztere ist selbst mit dem Komfort neuester Schiffe mit ihren Stabilisatoren immer noch kein einfacher Seeweg.

Wie gut, dass es an der Rezeption der "Fram" eine ganze Schublade voll mit kleinen gelben Pillen gegen Seekrankheit gibt. Aber selbst mit Medikamenten füllt sich der Speisesaal zu den Mahlzeiten nur halb, wenn sich draußen bei Windstärke neun bis elf die Wellen türmen. Knapp drei Tage dauert die schaukelnde Fahrt, dann werden die Gewässer wieder ruhiger, und das erste Eis kommt in Sicht.

Weit und breit nichts als - Pinguine

Majestätisch liegen Tafeleisberge im dunkelblauen Wasser. Andere schwimmende Eismassen haben bizarre Formen: Torbögen, Herzen, Schlösser, Geweihe. Sie alle glitzern in verschiedenen Blau- und Grüntönen, wenn die Sonne scheint. Und je näher man den antarktischen Inseln kommt, desto öfter sieht man auf den Eisbergen kleine schwarze Punkte: Pinguine. Und jeden Tag steht die Frage neu im Raum: Wie sind die da bloß hochgekommen? Es bleibt ein Rätsel. Gelassen sitzen sie auf ihren Eisthronen und blicken zu den vorbeifahrenden Schiffen herüber. Rauf oder runter springt keiner - solange jemand zusieht.

Pinguine sind die Hauptattraktion in der Antarktis. Und wer sich noch in der Drake-Passage gefragt hat, warum er sich eine solch beschwerliche Reise eigentlich antut, dem fällt es spätestens in der ersten Pinguinkolonie wieder ein. Die Nistplätze der Vögel stinken zwar meilenweit gegen den Wind, und die schwarz-weißen Tiere sind auch meist gar nicht so hübsch sauber wie im Zoo, sondern oft die reinsten Dreckspatzen - aber dafür sind sie reizend zu ihren Partnern, eifrig bei ihren Arbeiten an den Steinnestern, possierlich in den Bewegungen und elegant als Schwimmer.

Die erste Chance, auf einen Pinguin zu treffen, besteht auf den Süd-Shetlandinseln. Sie wurden 1819 von dem britischen Kaufmann William Smith entdeckt und wegen der ähnlichen Breitenlage auf der anderen Erdhalbkugel nach den Shetlandinseln benannt. Half Moon Island ist für viele Schiffe der erste Halt im Eis. Auf der kleinen, halbmondförmigen Insel lebt eine große Kolonie von Zügelpinguinen, und schon von Weitem sind im Schnee die "Pinguinautobahnen" zu sehen, die Trampelpfade der Tiere von ihren Nestern zum Meer und zurück.

Angelandet wird mit Zodiacs an einem grauen Kiesstrand, an dem ein altes Fischerboot vor sich hinrottet. Und dann steht man vor ihnen. Und lernt: Pinguine sind nicht ängstlich. Unbeirrt watscheln sie ihrer Wege und brüten auf ihren Nestern - egal wie nahe ihnen die Menschen kommen. Jeder Besucher hat zwar während der Anfahrt an Bord gelernt, dass er einen Abstand von fünf Metern zu den Tieren halten soll. Aber viele vergessen vor Entzücken - "Hier sind zwei Küken im Nest!" - die Regeln und robben sich mit der Kamera immer näher heran. Das finden die Crew-Mitglieder der "Fram", die sich über die Insel verteilen, nicht witzig. Per Funkgerät informieren sie sich über die Übereifrigen und kommandieren sie wieder auf den rechten Weg.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Reise in die Antarktis

Die Antarktis sind die Landmasse und die Meeresgebiete rund um den Südpol. Der noch bis zum Jahr 2041 gültige Antarktis-Vertrag legt fest, dass das unbewohnte Land ausschließlich Forschungszwecken und anderen friedlichen Nutzungen vorbehalten ist.

Von Frankfurt am Main kommt man mit dem Flugzeug nach Buenos Aires. Dann per Inlandsflug nach Ushuaia an der Südspitze Südamerikas. Dort geht es weiter mit einem Kreuzfahrtschiff. Auch von Buenos Aires aus ist die Schiffsanreise möglich - sie dauert dann aber erheblich länger. Argentinien verlangt von Deutschen kein Visum, der Reisepass sollte aber noch mindestens drei Monate gültig sein.

Die beste Reisezeit ist von November bis Februar. In Buenos Aires ist es dann mit bis zu 32 Grad sehr warm und feucht. In der Antarktis liegen die Temperaturen allerdings zwischen minus 10 und plus 5 Grad.

Hotels gibt es in der Antarktis nicht. In der Saison fahren etwa 35 Schiffe zum Südkontinent. Eine Nacht auf einem solchen Schiff kostet ab etwa 400 Euro pro Person in der Doppelkabine. Wichtig fürs Packen: Auf dem Flug von Buenos Aires nach Ushuaia sind maximal 25 Kilogramm Gepäck erlaubt plus 8 Kilogramm Handgepäck.

Empfohlen werden Impfungen gegen Hepatitis A und B, Polio, Tetanus, Typhus und Diphtherie sowie für Südamerika eventuell gegen Gelbfieber. In der Antarktis ist auch Kälteschutz wichtig.

An Bord der Schiffe gilt die jeweilige Landeswährung, an Land sind US-Dollar hilfreich. Nur in Port Lockroy ist das britische Pfund erwünscht, aber dort werden auch Kreditkarten genommen. In Argentinien ist der Peso die Währung. Für einen Euro gibt es derzeit etwa fünf Pesos.









Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben