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05.09.2010
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Künstlergarten

Noldes buntes Paradies

Emil-Nolde-Garten: Inspirationsquell des Künstlers
Fotos
Nolde Stiftung Seebüll

2. Teil: Gestaltung wie zu Noldes Zeiten

Nach Noldes Tod 1956 ging das Anwesen mit Haus und Garten an eine Stiftung und wurde für die Öffentlichkeit zugänglich. In Noldes Haus sind seitdem viele seiner Bilder zu sehen. Der Garten hatte dagegen lange Zeit wenig mit dem ursprünglichen Zustand zu tun. Als Weber 2003 anfing, war der Garten verwildert und von seinen Vorgängern umgestaltet worden. "Besucher, die den Garten noch aus Noldes Zeit kannten, haben sich darüber sogar beschwert."

Um den Garten wieder in den Urzustand zu versetzen, war akribische Recherche nötig. Weber arbeitete sich durch Archivbilder, sprach mit Zeitzeugen und erforschte Noldes Bilder und Notizen. "Teilweise war ich mehr Detektiv denn Gärtner", sagt er verschmitzt. "So habe ich erfahren, dass hier etwa die Reseda gestanden haben muss. Auf die Pflanze bin ich gekommen, weil Nolde in seiner Biografie schreibt: '... getragen wurde der Reseda-Duft bis hinauf ins Haus.'"

Heute kommen Touristen aus der ganzen Welt nach Seebüll. Krista Rasmus steht mit ihrem Mann und ihrer Schwester vor einer zwei Meter hohen Staude mit violetten Kelchblüten, daneben recken sich gelbe Strahlenblüter nur halb so hoch nach oben. "Das ist Rittersporn,", sagt die Dänin, "aber was ist das daneben?". Seit Jahren kommt sie immer wieder nach Seebüll, diese Pflanze hat die 57-Jährige aber noch nie gesehen. "Der Garten verändert sich, das macht ihn so besonders."

Jährlich spazieren etwa 80.000 Besucher durch den Garten. Die Pflanzen sind beliebt. Regelmäßig beobachtete Weber früher Besucher, die heimlich Saatgut mitgehen ließen. "Das haben wir nicht gern gesehen, weil wir die Samen selbst brauchen." Außerdem pflückten Souvenirjäger sogar dann Samen, wenn diese noch gar nicht reif waren. Kurzerhand züchtete er zusätzliches Saatgut der beliebtesten Pflanzen. "Jetzt können Pflanzenliebhaber die Samen legal erwerben - mit der Garantie, dass sie auch wirklich aufgehen", sagt Weber.

Julian Mieth/dpa

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