Donnerstag, 9. Februar 2012, 19:08 Uhr

manager magazin



30.07.2010
 

Schlag gegen Kartell

Mexikos Armee tötet mächtigen Drogenboss

Mexiko: Ein Land im Drogenkrieg
Fotos
REUTERS

Er gehörte zu den meistgesuchten Drogenbaronen in Mexiko: Bei einem Gefecht mit Soldaten ist "Nacho" Coronel erschossen worden. Er war einer der Anführer des mächtigen Sinaloa-Kartells. Ein wichtiger Erfolg für die Regierung - denn der Krieg der Rauschgiftmafia wird immer grausamer.

Mexiko-Stadt - 7,4 Millionen Dollar Kopfgeld waren auf die Ergreifung von Ignacio "Nacho" Coronel in den USA und Mexiko ausgesetzt. Er war einer der drei Anführer des mächtigen Sinaloa-Kartells - einer Organisation, die große Teile des Drogenhandels im Norden und Nordwesten des Landes kontrolliert und grausame Morde begeht. Soldaten der mexikanischen Armee haben Coronel am Freitag getötet.

Der Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelang dem Verteidigungsministerium zufolge am Rande der Stadt Guadalajara, 580 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt. 150 Soldaten waren an der Operation beteiligt, sie hätten sich dem Versteck Coronels genähert. Dieser habe geschossen und einen Soldaten getötet. Die Truppen hätten das Feuer erwidert und Coronel getötet.

Coronel gehörte zu den meistgesuchten Drogenbossen in Mexiko. Coronel führte Armeeangaben zufolge die Operationen des Sinaloa-Kartells im Westen Mexikos und kontrollierte die sogenannte Pazifikroute des Kokainhandels in Richtung Norden. Die US-Bundespolizei FBI wirft Coronel vor, in Geheimlaboren Methamphetamin hergestellt und in die USA gebracht zu haben.

In der Hierarchie des Sinaloa-Kartells nahm er nach Joaquin "El Chapo" Guzmán und Ismael "El Mayo" Zambada den dritten Rang ein. Guzmán gelang 2001 die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis, er schaffte es vergangenes Jahr mit seinem Milliardenvermögen auf Platz 41 der 67 "mächtigsten Menschen der Welt" des US-Magazins Forbes.

Der mexikanischen Regierung wurde vorgeworfen, dass Sinaloa-Kartell zu bevorzugen oder nicht so hart gegen es vorzugehen wie gegen andere Drogenbanden. Präsident Felipe Calderón hat die Vorwürfe scharf zurückgewiesen. Seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren hat Calderón Zehntausende Soldaten in den Krieg gegen die Rauschgiftmafia geschickt - doch mit dem härteren Vorgehen ist auch die Gewalt eskaliert.

Seit Ende 2006 sind mehr al 25.000 Menschen getötet worden - immer wieder melden die Zeitungen Schießereien, Morde, abgetrennte Köpfe werden gefunden und Leichen in Massengräbern.

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