Shanghai - Die Weltausstellung in Shanghai hat am Eröffnungswochenende deutlich weniger Besucher registriert als erwartet. Nach offiziellen Angaben wurden zwar allein für den Samstag 350.000 Karten verkauft, es kamen aber nur 200.000 Besucher. Ein Drittel der Gäste habe seinen Besuch "verschoben", meinten die Organisatoren, ohne Gründe zu nennen.
Dennoch kam es an den Eingängen zu Wartezeiten von bis zu vier Stunden - und das bei brütender Hitze. Besonders an den Sicherheitskontrollen bildeten sich lange Schlangen. Über eine bessere Abfertigung werde daher bereits nachgedacht, erklärte der Leiter des Koordinationskomitees, Hong Hao, vor Journalisten.
Dass die Expo 2010 dennoch eine Weltausstellung der Superlative ist, hatte sich bereits am Freitag gezeigt: Mit einem großen Feuerwerk, Lasershows und Wasserspielen wurde der Startschuss für das Mega-Event auf dem 5,28 Quadratkilometer großen Gelände zu beiden Seiten des Huangpu-Flusses gegeben. An der Eröffnungsfeier nahmen prominente Gäste aus aller Welt teil, darunter der französische Präsident Nicolas Sarkozy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Die Planer warten mit der höchsten Teilnehmerzahl der Expo-Geschichte, dem größten Gelände und erwarteten 70 Millionen Besuchern auf.
Unter dem Motto "Better City, Better Life" (Eine bessere Stadt, ein besseres Leben) stellen auf der Expo mehr als 240 Länder und Organisationen ihre Konzepte für eine nachhaltige Stadtentwicklung vor. Geradezu belagert wurde der kubisch geformte deutsche Pavillon unter dem Motto "Balancity - Die Stadt im Gleichgewicht". Rund 40.000 Besucher machten dort an den ersten zwei Tagen einen Rundgang. "Deutschland ist die Nummer Eins", begründete ein Chinese, warum er sich zuerst bei den Deutschen angestellt habe. "Von Deutschland können wir lernen." Lange Wartezeiten seien unvermeidlich, sagte die deutsche Sprecherin Marion Conrady. "Es ist uns wichtig, dass im Pavillon eine Atmosphäre herrscht, in der sich die Leute in Ruhe ansehen können, was sie möchten."
In das Prestigeprojekt Weltausstellung allein hat China rund 3,2 Milliarden Euro investiert; zudem wurden mehrere Milliarden in eine modernere Infrastruktur für die 20-Millionen-Metropole Shanghai gepumpt.
manager magazin mit Material von dapd und dpa
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