Von Anne Seith
Der schlanke, schillernde Turm, für den 330.000 Kubikmeter Beton und 31.400 Tonnen Stahl verbaut wurden, ist bei gutem Wetter aus fast hundert Kilometern Entfernung zu erkennen. Seine genaue Höhe haben die Investoren bislang geheim gehalten.
Ursprünglich sollten die Architekten nur den Rekord des 508 Meter hohen "Taipei 101" brechen, wie der Bauingenieur Bill Baker vom Architekturbüro Skidmore, Owings and Merrill aus Chicago berichtet. Dann hätten die Bauherren aber immer wieder verlangt, noch höher in dem Himmel zu bauen. "Wir haben viel vom 'Burj Dubai' gelernt", sagt der Ingenieur. Er rechnet damit, dass schon bald ein Turm gebaut werden kann, der mehr als tausend Meter hoch ist. Ein solches Projekt in Dubai selbst namens Burj Nakheel wurde jedoch schon vor einem Jahr gestoppt.
Am Boden hat der Turm die Form eines umgedrehten Ypsilons, nach oben hin wird er immer schmaler, an der Turmspitze ist er von einer gigantischen Stahlkonstruktion gekrönt. Die dreiteilige Grundfläche sorgt nach Angaben von Bauleiter George Efstathiou für Stabilität - auch bei Wind. "Der Turm ist stabiler als andere Wolkenkratzer, die deutlich kleiner sind", sagt er. Selbst heftige Stürme seien in dem Wohn- und Büroturm nicht zu spüren.
Nach Einschätzung von Experten könnte der Rekordwolkenkratzer allerdings womöglich das letzte gigantische Bauprojekt in Dubai sein - und so zum Mahnmal für den wahnwitzigen Bauboom werden, der den Wüstenstaat letztlich an den Rande des Untergangs führte. Dubai hatte insgesamt Schulden in Höhe von 80 Milliarden Dollar angehäuft, davon hat allein 59 Milliarden Dollar das Staatsunternehmen Dubai World zu verantworten. Es ist mit der Baufirma Nakheel unter anderem für den Bau der künstlichen Luxuspalmeninseln vor der Küste des Wüstenstaats zuständig.
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