Das Baukastenprinzip setzt sich durch
Vom "Premium"-Segment allein mit zwei bis drei Prozent Marktanteil kann die Zweiradindustrie natürlich nicht leben. Deshalb darf sich auch die große Mehrheit der Stadt- und Reiseradler (zusammen etwa 73 Prozent Marktanteil) sowie der Mountainbiker (rund 15 Prozent) über mehr Fahrspaß freuen. Denn seit Discounter und Baumärkte mit Billigangeboten bereits die Hälfte des Marktes erobert haben, treten Hersteller und Fachhändler kräftig in die Pedale der Kundenfreundlichkeit. Ein Grundmodell nach dem Baukastenprinzip ausstatten zu lassen setzt sich auch in den unteren Preisklassen immer mehr durch.
66 Millionen Räder rollen durch Deutschland. Die Branche sitzt angesichts der allgemeinen Konsumflaute vergleichsweise fest im Sattel, wie es beim Zweirad Groß- und Außenhandelsverband (ZGA) heißt. Seit 2000 seien im Schnitt jährlich 4,5 Millionen Räder an den Handel ausgeliefert worden, berichtet der ZGA-Vorsitzende Manfred Neun. Auf die Jahre der Marktstabilität sollen bis 2008 im Schnitt jedes Jahr zwei Prozent Wachstum folgen.
Ungeachtet der Konkurrenz aus Taiwan oder China ist nach Angaben des Zweirad-Industrieverbandes (ZIV) mehr als die Hälfte der Räder "made in Germany". Einige deutsche Hersteller lassen jedoch aus Kostengründen vermehrt in Ländern wie Polen oder Litauen fertigen. Zudem stammen viele Komponenten aus Fernost. "Das Rad ist ein globales Produkt", betont Neun.
Für Rückenwind sorgen das wachsende Gesundheitsbewusstsein und vor allem der boomende Radreisesektor. Auch dabei steigen die Ansprüche. Wer sich tagsüber abgestrampelt hat, will es sich abends gut gehen lassen. "Ein Drei-Sterne-Hotel muss es mindestens sein", ist bei den Fachleuten zu hören.
Gisela Mackensen, DPA
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