Von Julia Maria Bönisch
Stink-Stärken kennen keine Grenzen
"Der Geruchssinn des Menschen ist ungefähr tausendmal besser als das modernste Gerät", erklärt Johannes Katsche, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Luftqualitätslabors. "Deshalb lassen wir unsere Studenten das machen."
Zehn Euro kriegen die Probanden pro Stunde, die an der Olf-Bar schnuppern. Den Stink-Stärken sind dabei nach oben keine Grenzen gesetzt. "Aber umgefallen ist bei uns noch keiner", versichert Kasche.
Ohnehin sind die Testriecher dazu aufgefordert, die eigenen Vorlieben bei der Arbeit auszublenden. Hedonik, Sinneslust und Genuss also, darf bei der Einschätzung keine Rolle spielen. "Nehmen wir das Beispiel Parfum", erläutert Kasche. " Ein Tester sollte an der Olf-Bar nicht entscheiden, ob der Duft angenehm ist oder nicht, sondern nur, wie stark er aufgetragen wurde."
Kasche untersucht also das genaue Gegenteil von Bischof, bei ihm geht Quantität vor Qualität. Dass die Ergebnisse seiner Schnüffel-Task-Force daher für gestresste Angestellte noch nicht hilfreich sind, sieht Kasche durchaus ein. "Aber", so der Wissenschaftler, " so ist das nun mal bei der Grundlagenforschung."
Dennoch hat Kasche ein großes Ziel vor Augen: eine Ordnung der Gerüche. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Materialprüfung arbeitet er an der Kategorisierung von Büro-Baustoffen, um später ein Olf-freundliches Weißbuch für die Arbeitsplatzgestaltung zu veröffentlichen. "Stellen Sie sich vor, Sie gehen einen Teppich kaufen. Irgendwann können sie dabei wegen unserer Untersuchungen sagen: Ich will einen Stoff der Gattung A 1,4, weil der erwiesenermaßen nur ganz wenig stinkt."
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