Von Julia Maria Bönisch
Hamburg - Jeder Mensch hat einen Olf. Ob er will oder nicht, den Olf wird er nicht los. Manchmal schwebt er angenehm im Raum, manchmal belästigt er penetrant, und ab und zu stinkt er auch einfach ganz widerlich. Ein Olf, das ist per definitionem die Geruchsquellstärke, die jeder Mensch mit normal arbeitenden Drüsen bei leichter sitzender Tätigkeit, täglich wechselnder Unterwäsche und 0,7 Duschen pro Tag von sich gibt.
Sensible Frauennase: Kein grundsätzliches Problem in geschlossenen Räumen
Wenn sich Angestellte im Büro über die schlechte Luft beklagen, ist die subjektive Seite des Olfs viel häufiger beteiligt als bisher vermutet. Nicht die Klimaanlage, der Dunst des Teppichbodens oder die Heizung sind Schuld, wenn sie sich über das Muffeln im Gebäude beschweren und sich deshalb krank fühlen. Viel öfter sind es die Kollegen und der Chef, die man einfach "nicht riechen" kann. Dabei kommt es nicht unbedingt auf die Stärke des Olfs an. Viel wichtiger ist, ob er als angenehm empfunden wird oder nicht.
| Typische Geruchsemissionen in Olf | |
| Menschen/Baustoffe | Olf |
| Person sitzend, bei leichter Tätigkeit | 1 O |
| spielendes Kind, 12 Jahre | 2 O |
| starker Raucher | 25 O |
| Athlet, nach dem Sport | 30 O |
| Teppich, Wolle | 0,2 O/m² |
| Teppich, Kunstfaser | 0,4 O/m² |
| PVC/Linoleum | 0,2 O/m² |
| Marmor | 0,01 O/m² |
| Gummidichtung, Fenster oder Tür | 0,6 O/m² |
| nach: KATALYSE Umweltlexikon-online | |
Wird dieser "gefühlte" Olf also nun als ranzig und abstoßend wahrgenommen, wirkt auch die Luft im Großraumbüro stickig auf die Angestellten. Das äußert sich dann in Symptomen wie Kopf- und Rückenschmerzen, Augenbrennen oder Übelkeit, so das Ergebnis einer Studie der Universität Jena.
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