Dienstag, 16. März 2010, 00:36 Uhr
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27.07.2008

Discounter

Mineralwasser im Test

Viel trinken hält die Lebensgeister wach. Immer beliebter sind milde Wässer mit wenig Kohlensäure. Doch in vielen Mediumwässern steckt ein Problem, wie die Stiftung Warentest bei einer Prüfung von 30 Marken herausgefunden hat: Es kommt aus der Verpackung.

Berlin - Acetaldehyd heißt der Übeltäter. Der Stoff entsteht bei der Produktion von PET-Flaschen und kann nach der Befüllung ins Wasser übergehen. Gefährlich für die Gesundheit sind die gefundenen Mengen nicht. Das eigentliche Problem ist der Geschmack. Der für Acetaldehyd typische, fruchtig-aromatische Geschmack ist in der Regel bei einer Konzentration von 10 Mikrogramm pro Liter schon erkennbar.

17 Bilder Ratgeber: Natürliche Mineralwässer

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Deswegen setzt sich die Branche selbst dieses strenge Limit. Zehn Wässer lagen deutlich über diesem Wert. Allesamt Eigenmarken des Handels, wie Aldi, Edeka, Kaufland oder Lidl. Die klassischen Markenwässer, wie zum Beispiel Apollinaris oder Gerolsteiner, hatten mit Acetaldehyd keine Probleme.

Der Grund liegt in der Produktion der Flaschen. Teurere Markenwässer werden zumeist in Mehrwegflaschen abgefüllt, bei deren Herstellung ein Acetaldehyd-Blocker eingebaut wird. So geht kaum Acetaldehyd ins Wasser über. Discounter hingehen verwenden überwiegend Einwegflaschen. Bei neun der 19 Flaschen von Eigenmarken des Handels waren die Werte in Ordnung. Bei den anderen jedoch nicht.

Viele Ketten sparen den Blocker ein, um die Kosten bei der Produktion zu drücken. Doch das wird sich in Zukunft möglicherweise ändern: Als eine der ersten Reaktionen auf den Mineralwässer-Test kündigte Aldi Nord an, ab Juli einen solchen Blocker für das Wasser aus der Brandenburger Urstromquelle einzusetzen.

  Flaschen-Logos  (von links): 1)Das Pfandlogo für Einwegflaschen: Sie werden geschreddert und recycelt. 2) Mehrwegflaschen werden bis zu 15 Mal neu befüllt. 3) PET-Cycle hat ein Kreislaufsystem: Flaschen werden sofort recycelt und neu geformt.

Flaschen-Logos (von links):
1)Das Pfandlogo für Einwegflaschen: Sie werden geschreddert und recycelt.
2) Mehrwegflaschen werden bis zu 15 Mal neu befüllt.
3) PET-Cycle hat ein Kreislaufsystem: Flaschen werden sofort recycelt und neu geformt.

Je nach Region bieten die Discounter unterschiedliche Wässer an. Zwischen München, Hamburg, Köln und Berlin unterscheidet sich somit auch die Qualität einer Marke stark, wie der Test zeigt. Aus diesem Grund hat die Stiftung Warentest mitunter mehrere Quellen einer Marke getestet. Von Aldi Nord und Süd, Kaufland, Lidl, Norma und Tip je zwei Wasser. Von Edeka und Plus sogar je drei.

Neben den Eigenmarken des Handels nahmen die Prüfer auch klassische Herstellermarken wie Apolinaris und Gerolsteiner unter die Lupe. Insgesamt haben die Tester 30 Mineralwässer untersucht. Alle in großen PET-Flaschen und mit wenig Kohlensäure. Vor allem in punkto Reinheit sind die Klassiker klar überlegen. Sie haben keine Probleme mit Acetaldehyd. Aber auch bezüglich der Mineralstoffmengen lassen sie die meisten Eigenmarken des Handels hinter sich. Diese sind mit oft nur 13 Cent pro Liter jedoch unschlagbar günstig.

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© Foto: Warentest
Nur Leitungswasser ist billiger. Die großen Marken kosten teilweise das Vierfache. Über die Hälfte der Wässer sind mineralstoffarm. Vor allem bei billigen Wässern vom Discounter heißt „Medium“ nicht nur wenig Kohlensäure, sondern auch oft wenig Kalium, Kalzium & Co. Das betrifft auch einige Herstellermarken. Reich an Mineralstoffen sind Alwa, Apolinaris, Gerolsteiner, Rosbacher und ein Wasser vom Discounter: Die Falkenberg Quelle von Plus. Apolinaris ist hier der klare Spitzenreiter. Die wenigsten Mineralstoffe stecken in einem Penny-Wasser.

Nur drei der günstigen Wässer weisen keine Beeinträchtigungen im Geschmack auf. Das Claudius Mineralwasser von Aldi Nord, die Heinberg Quelle von Edeka und Clausbach-Brunnen von Kaufland. Ein positives Ergebnis brachte mikrobiologische Untersuchung. In keinem der insgesamt 30 Mineralwässer fanden die Prüfer Keime. Worauf sich die Kunden auch verlassen können: das Etikett. Die darauf angegebenen Mineralstoffmengen sind in der Regel korrekt. Bei den Analysen fand die Stiftung Warentest keine größeren Abweichungen zur Deklaration. Ein abschließendes test-Qualitätsurteil gibt es beim Mineralwassertest nicht. Denn jedes Wasser hat seinen eigenen, naturgegebenen Charakter, der nicht verändert werden darf.

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