Sonntag, 18. Februar 2018

Interessenkonflikte nicht mehr zu deckeln Krach bei Disney - Sandberg und Dorsey verlassen Verwaltungsrat

Abschied aus dem Disney-Aufsichtsrat: Facebooks Chief Operating Officer Sheryl Sandberg

Zwei Top-Manager der Technikbranche verlassen den Aufsichtsrat von Walt Disney. Der Schritt zeigt: Die Geschäftsmodelle nähern sich an, die Interessenkonflikte sind nicht mehr zu deckeln.

Während die Unterhaltungsindustrie in den USA zusehends konsolidiert, beginnen die Welten von Hollywood und Silicon Valley zu verschmelzen, graben sich Medien- und Technologiekonzerne in den USA immer stärker das Wasser ab. Sitzt dann ein Vertreter der einen Welt im Aufsichtsrat oder Board des Unternehmens der anderen Welt, kann es durchaus zu handfesten Interessekonflikten kommen. Mit Folgen, wie jetzt das Beispiel des Unterhaltungskonzern Disney zeigt.

So wollen oder dürfen Facebook-COO Sheryl Sandberg und Twitter-Chef (CEO) Jack Dorsey nicht mehr für den Verwaltungsrat von Disney Börsen-Chart zeigen kandidieren, berichtet die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg. Angesichts des sich bei Disney entwickelnden Geschäfts sei es für Sandberg und Dorsey "immer schwieriger geworden, Konflikte mit Blick auf Vorstandsentscheidungen zu vermeiden", teilte Disney laut Bloomberg mit und versuchte damit erst gar nicht, die Interessenkonflikte kleinzureden.

Disney sucht verstärkt seine Erlöschancen im Internet und plant, einen Streamingdienst für seine Sendergruppe ESPN auf den Weg zu bringen. Auf ESPN können sich die Kunden unter anderem Sportereignisse im Internet ansehen. Zugleich plant Disney eine weitere Videoplattform für Filme und Fernsehserien und tritt damit verstärkt mit Netflix Börsen-Chart zeigen in Konkurrenz.

So hatte Disney Ende vergangenen Jahres die Übernahme der Film- und TV-Aktivitäten des Wettbewerbers 21st Century Fox für 52 Milliarden Dollar angekündigt, was Experten so interpretieren, dass Disney mit neuen Inhalten gegen die wachsende Konkurrenz in diesem Bereich aus dem Silicon Valley aufrüstet.

Umgekehrt wollen Facebook Börsen-Chart zeigen und Twitter Börsen-Chart zeigen ihren Kunden künftig mehr Online-Inhalte bieten. So bewerben sich Twitter und Facebook verstärkt um die Rechte für das Live-Streming von Sportereignissen, berichtet Bloomberg. Auch habe Facebook seine Anstrengungen rund ums Thema Video-Programme verstärkt - ein lukrativer Wachstumsmarkt für das Werbegeschäft des Konzerns, der im vergangenen Jahr mehr als 10 Milliarden Dollar einspielte.

Zugleich dürften dem Unterhaltungskonzern Disney die Ausflüge von Twitter ins Video-Geschäft nicht verborgen geblieben sein: So hatte Vorstandschef Jack Dorsey im vergangenen Mai Video-Streamingpartnerschaften mit 16 Unternehmen angekündigt.

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