Mittwoch, 24. Januar 2018

Bannon muss Breitbart News verlassen Steve Bannon hat jetzt kein Sprachrohr mehr

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Bild: REUTERS

Nach seinem Abgang aus dem Weißen Haus wollte Steve Bannon über die ultrarechte Plattform Breitbart News seinen publizistischen Einfluss "nuklear" nutzen. Via Breitbart sollten bei den im November anstehenden Kongresswahlen eigene, populistische Kandidaten durchgesetzt werden. Jetzt hat Bannon die Website verlassen. Das Skandalbuch über Donald Trump, "Feuer und Zorn", entfaltet damit weiter erhebliche Sprengkraft.

Steve Bannon, Donald Trumps ehemaliger Chefstratege und Wahlkampfleiter, verlässt die ultrarechte Website Breitbart News. Er war dort zuletzt Herausgeber. "Bannon und Breitbart arbeiten an einer glatten und ordnungsgemäßen Übergabe", heißt es in einem Bericht der Website. Man sei dankbar für das gemeinsam Erreichte: "Steve ist ein geschätzter Teil unseres Vermächtnisses."

Mit Bannons Demission schließt sich im Eiltempo ein Kreis, der den schillernden Publizisten erst ins Innerste der Macht gesogen und von dort wieder hinausgeschleudert hat.

Bannon (64) war seit vergangener Woche unter schweren Druck geraten, weil er in dem Buch "Fire and Fury" des Journalisten Michael Wolff ausführlich mit sehr kritischen Äußerungen über Trumps Familie zu Wort kommt, vor allem über Trumps ältesten Sohn Donald Jr. - mit dem war er schon im Weißen Haus überkreuz.

"Fire and Fury", Feuer und Zorn, entfaltet damit weiter seine erhebliche Sprengkraft in Washington. Rasch nach Bekanntwerden der Äußerungen Bannons brach Trump mit dem vormaligen Gefährten: Nichts habe dieser mit ihm oder seiner Präsidentschaft zu tun. Bannon habe den Verstand verloren.

Weißes Haus: Bannon ohne Chance auf Rückkehr

Am Wochenende hatte Bannon ausführlich sein Bedauern geäußert, die Äußerungen inhaltlich aber nicht bestritten. Am Montag hatte das Weiße Haus erklärt, trotz des Bedauerns habe Bannon derzeit keine Chance auf eine Rückkehr. Auch die Milliardärsfamilie Mercer hatte in einer ihrer seltenen öffentlichen Äußerungen erklärt, nichts mehr mit Bannon zu tun haben zu wollen, man sei sehr enttäuscht.

Bannon hatte Breitbart 2016 zunächst verlassen, um für Trumps Wahlkampfteam zu arbeiten. Er galt als ein entscheidender Faktor für Trumps Wahlsieg im November, weil er Trumps Energie und massentaugliche Fähigkeiten mit Populismus und organisatorischer Härte kurzschloss.

Nach dem November machte Trump Bannon zu seinem Chefstrategen - der Höhepunkt seiner Macht, sein Einfluss wurde als gewaltig beschrieben. Den Abriss des administrativen Staates nannte er als ein Hauptziel. Bannon bezeichnete sich als ökonomischen Nationalisten, war strikt anti-globalistisch und anti-kosmopolitisch. An seine Adresse gab es anhaltende Vorwürfe des Rassismus. Dass eine so umstrittene Figur wie Bannon es ins Weiße Haus geschafft hatte, galt vielen als Skandal.

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