Freitag, 30. September 2016

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Verdacht gegen Hexal-Gründer Steuerfahndung ermittelt gegen Strüngmann-Brüder

Im Visier der Steuerfahndung: Andreas und Thomas Strüngmann (v.l.)
Andreas Varnhorn
Im Visier der Steuerfahndung: Andreas und Thomas Strüngmann (v.l.)

Ermittler und Staatsanwälte haben am Mittwoch die Büros der einstigen Hexal-Eigentümer Andreas und Thomas Strüngmann am Rosenheimer Platz in München durchsucht. Die Beamten gehen dem Verdacht eines möglichen Steuerdelikts nach.

Hamburg / München - Zwei der erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands sind in das Visier der Steuerfahndung geraten. Nach Informationen von manager magazin online haben Ermittler der Münchener Staatsanwaltschaft I am Mittwoch die Büroräume der Brüder Andreas und Thomas Strüngmann wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung durchsucht.

Seit dem Verkauf ihres damals weltweit zweitgrößten Generikaherstellers Hexal Anfang 2005 zum Preis von 5,6 Milliarden Euro an den Basler Pharmariesen Novartis Börsen-Chart zeigen gehören die Strüngmanns zu den wohlhabendsten Deutschen. Die Reichsten-Liste des manager magazins führt sie mit einem Vermögen von jeweils rund 3 Milliarden Euro jeweils auf Rang 34.

Ein Sprecher der Strüngmanns bestätigte gegenüber manager magazin online die "Ermittlungen wegen eines möglichen Steuerdelikts. Mit den ermittelnden Behörden wird vollumfänglich zusammengearbeitet." Die Staatsanwaltschaft lehnte einen Kommentar ab.

Seit dem Verkauf Hexals steuern die Strüngmanns aus ihrem Büro am Rosenheimerplatz in München verschiedene unternehmerische Engagements, darunter auch einige verlustträchtige wie die Beteiligungen am Immobilienkonzern IVG oder am Solarunternehmen Conergy. Zuletzt hatten sie mehrere hundert Millionen Euro in die Südwestbank investiert.

Bislang verlief das allerdings weitgehend geräuschlos. Am Mittwoch dann drängten sich Ermittler der Staatsanwaltschaft I in den leicht verwinkelten Zugang zu der im dritten Stock gelegenen Büroflucht, mehrere Mannschaftswagen verstellten die Eingang des Zweckbaus. Die Beamten zückten ihren Titel und filzten anschließend Aktenordner und Festplatten.

Welchen Vorwürfen die Ermittler im Detail nachgehen, blieb zunächst unklar. Für einen Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Commerzbank oder den so genannten LuxLeaks gibt es nach Informationen von manager magazin online derzeit keine Anhaltspunkte.

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