Mittwoch, 28. September 2016

Skandal-Banker verfasst bizarren Brief Berüchtigter "Wal von London" taucht nach langem Schweigen wieder auf

Schattenmann: Lange war es still um Iksil

Der Name Bruno Iksil ist nur Insidern geläufig - sein Spitzname aber einer breiten Öffentlichkeit. Immerhin wurde der Franzose als "London Whale" bekannt, als jener Händler, der seinem Arbeitgeber JP Morgan Chase & Co. 2012 einen Verlust von 6,2 Milliarden Dollar einbrockte. Und eine millionenschwere Strafzahlung. Nun ist dieser Wal wieder aufgetaucht - mit einem Brief, in dem er behauptet, er sei für das Debakel nicht verantwortlich.

Während andere seiner Kollegen von den US-Behörden verfolgt werden, hat Iksil 2012 nach seinem Abschied von JP Morgan eine Vereinbarung mit den Strafverfolgern erzielt, der zufolge er versprach, gegen einen Senior-Banker sowie einen Junior-Händler auszusagen, die angeblich die Größe des Verlust zu verschleiern suchten. Dann wurde es still um den Mann. Nun hat sich Iksil schriftlich an Bloomberg gewandt.

Und erklärt, er sei "wiederholt angewiesen worden" von seinen Vorgesetzten, jene Strategie zu exekutieren, die schief ging. Außerdem erklärte er, ihm missfiele der Name "Wal" und die Tatsache, seinen Namen im Zusammenhang mit dem Skandal zu sehen.

Für ihn spräche doch die Tatsache, dass die Regierung ihn nicht verfolge. Auch die britische Finanzaufsicht (Financial Conduct Authority) habe davon abgesehen, ihm ein Berufsverbot und eine Millionen-Pfund-Strafzahlung auszusprechen. Stattdessen habe Iksil wiederholt in den Jahren 2011 und 2012 vor potentiell hohen Verlusten gewarnt. Und im September 2011 sei er eigens von London nach New York gereist, um dort auf die Probleme hinzuweisen. Trotzdem sollte er auf Druck von oben weitermachen. Schreibt er.

Seite 1 von 2
Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH