Samstag, 23. Juli 2016

Energielobbyistin Hildegard Müller Merkel-Vertraute soll RWE-Tochter führen

Hildegard Müller: Spekuliert wird, dass sie das Ökostromgeschäft von RWE führen soll

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Die frühere Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Hildegard Müller, zieht es zum Energiekonzern RWE. Die 48-Jährige Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) werde im Mai in das Unternehmen eintreten, teilte der Versorger am Montag mit. Sie solle im Zuge der Umstrukturierungen einen Vorstandsposten in einer Tochtergesellschaft übernehmen. Details nannte RWE nicht. Spekuliert wird seit längerem, dass Müller das Ökostromgeschäft führen soll. Dieses will der bislang vor allem auf Kohle-, Gas und Atomkraft ausgerichtete Konzern deutlich ausbauen.

Vorstandschef Peter Terium bezeichnete Müller als herausragende Persönlichkeit der deutschen Energiebranche und geschickte Moderatorin unterschiedlicher Interessen. Sie ist seit 2008 Vorsitzende des Stromlobbyverbandes, den sie Ende Januar verlassen will. Bei dem Verband musste sie die unterschiedlichen Interessen der großen Versorger RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall sowie Hunderter Stadtwerke unter einen Hut bringen.

Insider aus der Energiewirtschaft werfen dem BDEW immer wieder mangelnde Durchschlagskraft vor. Auch Müller trommelte vergeblich für staatliche Hilfen für die schwächelnden Kohle- und Gaskraftwerke. Die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete geriet dabei auch mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) aneinander. Müller gilt als politisch gut verdrahtet. Von 2005 bis 2008 war sie Staatsministerin von Bundeskanzlerin Merkel.

RWE will sich in diesem Jahr aufspalten. Beim Mutterkonzern bleibt das Geschäft mit Gas-, Kohle- und Atomkraftwerken sowie dem Energiehandel. Das Geschäft mit Ökostrom, Netzen und dem Vertrieb wird abgespalten und zum Teil an die Börse gebracht werden. Die neue Tochter soll im April die Arbeit aufnehmen.


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ts/Reuters

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