Dienstag, 30. Mai 2017

Finanzchef und COO müssen gehen Nach mm-Bericht: Rhön-Klinikum schmeißt zwei Vorstände raus

Gern Herr im Rhön-Haus: Eugen Münch.

Im Streit um die künftige Strategie des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum werden gleich zwei Manager ihren Job verlieren. Eugen Münch, Gründer und Aufsichtsratschef, will sich von Finanzchef Neumann und COO Menger trennen.

Eugen Münch, Gründer und Aufsichtsratschef der Rhön-Klinikum AG, organisiert seinen Vorstand schon wieder um. Der Personalausschuss des Aufsichtsrat empfahl am frühen Donnerstagnachmittag, Finanzchef Jens-Peter Neumann sowie den für das operative Geschäft zuständigen Wolfgang Menger "mit sofortiger Wirkung" abzuberufen.

Nur wenige Stunden zuvor hatte das manager magazin vorab von den Plänen berichtet und damit aus einem Report über den Machtkampf bei Rhön aus seiner aktuellen Ausgabe zitiert. Die Aufsichtsratssitzung, auf der die Personalien beschlossen werden sollen, soll weiterhin am 23. Februar stattfinden. Die Posten sollen nicht neu besetzt, sondern die Funktionen auf die verbliebenen drei Vorstandsmitglieder verteilt werden.

Bereits am 19. Januar hatte manager magazin online exklusiv berichtet, dass Münch seinen Vertrauten und PR-Berater Stephan Holzinger ab 1. Februar zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannte. Hintergrund des erneuten Revirements ist der Konflikt zwischen Finanzchef Neumann und Münch über die Strategie der Klinikkette. Der Gründer will die Krankenhäuser mit IT und medizinischer Hochleistungstechnologie aufrüsten. Der Finanzer warnte ihn, dass sich der Konzern seine Visionen nicht leisten kann.

Nach einem Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger haben fast alle Kliniken 2016 ihre Margenziele verfehlt. Eine Umsetzung von Münchs Vorhaben würde die Liquidität des Konzerns um 45 Millionen Euro pro Jahr verschlechtern, was zu sinkender Investitionsquote und Dividende führt. Mitte Januar gab Rhön deswegen eine Gewinnwarnung heraus. Das Gutachten hatte der Vorstand im Herbst 2016 beauftragt.

Das Unternehmen bestätigte zwar, dass die Aufsichtsratssitzung wie geplant stattfindet, wollte zur Agenda aber keine Auskunft geben.

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