Donnerstag, 24. August 2017

Geschwister Quandt und Klatten führen Rangliste an Vermögen der reichen Deutschen stark gewachsen

Zum 16. Mal veröffentlicht das manager magazin das Ranking der reichsten Deutschen. Eine bis vor wenigen Jahren kaum bekannte Familie aus Mannheim ist den beiden BMW-Erben auf den Fersen.

Die 500 reichsten Deutschen
manager magazin Spezial - Das Reichstenheft
Oktober 2016


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Mit einem gemeinsamen Vermögen von 30 Milliarden Euro sind die Geschwister Stefan Quandt und Susanne Klatten auch im Jahr 2016 die reichsten Deutschen. Das ergibt die neuste Schätzung des Vermögens der 500 reichsten Deutschen, die das manager magazin in seiner neuen Ausgabe zum 16. Mal veröffentlicht (Erscheinungstermin: 5. Oktober).

Den beiden gehört knapp die Hälfte der Aktien an BMW. Da der Autobauer an der Börse in den vergangenen zwölf Monaten den Wertverlust, den er im Zuge des Dieselaffäre beim Konkurrenten Volkswagen erlitten hatte, wettmachen konnte, erreicht das Vermögens der Quandt-Geschwister nach einem Einbruch 2015 wieder das Niveau von 2014.

Aufsteiger des Jahres sind die Reimanns. Früher Eigentümerin des Ludwigshafener Chemiekonzerns Benckiser vermehrt die Familie ihr Vermögen über eine aggressive Übernahmestrategie, insbesondere im Geschäft mit Kaffee. In wenigen Jahren haben die Reimanns so einen der größten Kaffeekonzerne der Welt geschaffen. Im Frühjahr übernahmen sie den US-Konzern Keurig Green Mountain für 12,8 Milliarden Euro.

Die Reimanns verdrängten Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler, Eigentümer des gleichnamigen Wälzlagerherstellers und Großaktionäre beim Autozulieferer Continental, auf Platz 3. Mutter und Sohn Schaeffler kommen auf ein Vermögen von 21,5 Milliarden Euro - ein Plus von 1,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Weniger dynamisch entwickelt haben sich die Vermögen der Eigner der beiden Discountkonzerne Aldi Süd und Aldi Nord, die die Liste der reichsten Deutschen bis 2013 jahrelang angeführt hatten. Mit einem Vermögen von 20 Milliarden Euro liegen die Familien Albrecht und Heister (Aldi Süd) auf Platz vier, die Familie Theo Albrecht Jr. (Aldi Nord) steht mit 17,2 Milliarden Euro an sechster Stelle.

Vermögen der Reichsten wuchs auf insgesamt rund 692 Milliarden Euro

Ihr größter Konkurrent Dieter Schwarz, Gründer der Discountkette Lidl, konnte hingegen erneut kräftig zulegen und rangiert mit einem geschätzten Vermögen von 19 Milliarden Euro - ein Plus von zwei Milliarden Euro - auf Platz 5. Der von Schwarz kontrollierte Handelskonzern peilt einen Umsatz von 100 Milliarden Euro an.

Für die Rangliste wurden Aktienvermögen mit den Schlusskursen vom 15. September berechnet.

Vor allem dank hoher Unternehmensbewertungen und dem anhaltenden Boom am Immobilienmarkt ist das Vermögen der 500 reichsten Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten nach Angaben des manager magazins um 5,9 Prozent auf insgesamt 692,25 Milliarden Euro gewachsen. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt der Niederlande 2015, die unter den größten Volkswirtschaften der Welt Platz 17 belegen.

Erstmals weist das manager magazin aus, welche Hochvermögende ihre Unternehmen oder ihre Anteile daran in Stiftungen eingebracht haben. Unter den Top 10 trifft dies für die Hälfte der Vermögenden zu. Neben den Albrechts und Dieter Schwarz haben auch die Hamburger Händlerfamilie Otto und der Künzelsauer Schraubenhändler Reinhold Würth Familienstiftungen gegründet, die ihre Unternehmen verwalten und die Familien mit Ausschüttungen alimentieren. Unter den 500 reichsten Deutschen haben mehr als 40 große Teile ihrer Vermögen in Stiftungen eingebracht.

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