Beliebt ist GM-Chef Fritz Henderson in Rüsselsheim nicht: Als Lenker der Europa-Tochter um Opel strich er bis Ende 2005 rund 10.000 Stellen. Nun kehrt der 51-Jährige nach Deutschland zurück. Der Krisenmanager muss die Wogen nach dem Platzen des Magna-Deals glätten und sagen, wo weitere 10.000 Opel-Jobs gestrichen werden.
Frankfurt am Main - GM-Chef Fritz Henderson kennt sich in Rüsselsheim aus: Der Manager mit dem Ruf eines erfahrenen Krisenmanagers war 2004 und 2005 Chef von General Motors Europe mit den Marken Opel, Vauxhall und Saab. Am Montag spricht "Fix-it-Fritz" (Bring es in Ordnung Fritz) in der Opel-Zentrale mit Management und Mitarbeitern über den Kurs des Autobauers.
Der gern hemdsärmelig auftretende 51-Jährige tritt dort als Chef eines wieder selbstbewussteren Konzerns auf. Nach der Blitzsanierung in einem nur 40-tägigen Insolvenzverfahren und der Verstaatlichung fühlt sich der einst größte Autobauer der Welt nun stark genug, auf den Verkauf der deutschen Tochter zu verzichten und die Sanierung allein stemmen zu können.
Dabei müsse Opel den Großteil seines Finanzbedarfs von drei Milliarden Euro selbst tragen, kündigte Henderson Anfang November schon mal an. Europaweit dürften 10.000 Stellen gestrichen werden. Schon einmal hat Henderson ein solches Sparprogramm verantwortet: In seine Zeit als GM-Europe-Chef fiel der Umbau des Europageschäfts verbunden mit Kostensenkungen und dem Abbau von allein 9500 Stellen bei Opel.
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Immerhin gilt der etwas untersetzte Schnauzbartträger selbst dem kritischen Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz als kein einfacher, aber ein berechenbarer Partner. "Er hält sich an Abmachungen", sagt Franz, der einen harten Kurs gegenüber dem alten und neuen Mutterkonzern fährt. Und: Henderson schaffte es mit seiner Sparrunde jedenfalls, Opel in die schwarzen Zahlen zu bringen.
Henderson hat Benzin im Blut. Er kam 1958 als Sohn eines Verkaufsmanagers von General Motors (GM) zur Welt - ausgerechnet in Detroit im Bundesstaat Michigan, Amerikas Autostadt schlechthin. Der Workaholic mit dem heute schütteren Haupthaar startete seine GM-Karriere mit einem Businessdiplom der Eliteuniversität Harvard in der Finanzabteilung.
Nach dem Einstieg 1984 folgten verschiedene Stationen im Ausland: Brasilien, Singapur und schließlich Europa. Anfang 2006 holte ihn der damalige Konzernchef Rick Wagoner als Finanzvorstand an den GM-Firmensitz nach Detroit zurück. Hintergrund war die sich dramatisch verschlechternde Lage.
Ende März 2009 musste Wagoner gehen und Henderson rückte an die Spitze von General Motors. Nur 60 Tage später beantragte der Konzern Gläubigerschutz. Nun ist GM wieder da und "Fix-it-Fritz" bestimmt erneut maßgeblich über das Schicksal von Opel mit. Mehrheitseigentümer von General Motors sind seit der Insolvenz die USA, die das Unternehmen mit Milliarden an Dollar stützten. Für Henderson und GM ist der Neuanfang die wohl letzte Chance: "Niemand will von Krise zu Krise torkeln", sagte Henderson einmal.
manager-magazin.de mit Material von ap und dpa
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