Mittwoch, 24. Januar 2018

Peter Schutz verstorben Porsche trauert um den Retter des 911

Peter Schutz mit einem Porsche 944 (Archivaufnahme 1982)

Peter Schutz, der Anfang der 1980er Jahre die Sportwagen-Ikone 911 vor dem Aus rettete, ist tot. Der Deutsch-Amerikaner sei am 29. Oktober in Florida verstorben, teilte der Sportwagenbauer mit.

Schutz hatte von 1981 bis 1987 den Vorstandsvorsitz bei Porsche inne. In seiner Amtszeit verdreifachte er die Verkäufe und führte Porsche laut Unternehmensmeldung in die Gewinnzone zurück, nachdem das Unternehmen 1980 erstmals Verluste geschrieben hatte.

Im Zuge dieser Krise habe der Aufsichtsrat unter anderem entschieden, den Porsche 911 nicht weiter zu bauen: Der luftgekühlte Heckmotor der Sportwagenikone habe als anachronistisch gegolten, schreibt die "New York Times" in einem Nachruf auf den ersten Amerikaner an der Porsche-Spitze; auch habe das schwere Heck die Steuerung des Sportwagens erschwert. Schutz, "ein Ingenieur mit einem Gespür für Marketing", habe diese Eigenheiten hingegen als Alleinstellungsmerkmal des 911ers gesehen, ein Baustopp hätte "Porsche die Seele herausgerissen."

Im Büro von Chefingenieur Helmuth Bott habe der neue Vorstandsvorsitzende in seiner dritten Woche im neuen Job vom geplanten Ende des Sportwagens erfahren, zitiert die "NYT" einen Artikel, den Schutz selbst für "Road and Track" verfasst hatte. Ein Poster an der Wand habe die Produktionspläne aller Porsche-Modelle illustriert, die 911er Kurve habe 1981 geendet. "Ich nahm einen Stift von Professor Botts Tisch und verlängerte die 911er Linie über das Blatt, über die Wand bis zur Tür hinaus", schreibt Schutz. "Als ich wiederkam, stand Bott daneben und grinste."

Schutz und Porsche verband laut seiner Witwe Sheila Harris-Schutz eine besondere Geschichte: Der 1930 in Berlin geborene jüdische Deutsch-Amerikaner war 1939 mit seinen Eltern vor den Nazis geflohen; Ferdinand Porsche hatte für Hitler den Volkswagen kreiert. "Ein Junge wird aus dem Land gejagt und leitet später ein angesehenes Unternehmen", zitiert die "NYT" Harris-Schutz: "Er hat das als Segen angesehen."

luk

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