Freitag, 27. April 2018

Peter Thiels zweite Staatsbürgerschaft Gestatten: Investor, Trump-Freund - und heimlich "Kiwi"

Tech-Investor Thiel bei einem Pressetermin in Washington: Der Milliardär hat seit Jahren auch einen neuseeländischen Pass

Peter Thiel war schon für manche Kontroverse gut - jetzt sorgt der Tech-Investor und Trump-Berater in Neuseeland für Aufregung. Der Grund: Eher zufällig wurde öffentlich, dass Thiel bereits seit 2011 die neuseeländische Staatsbürgerschaft besitzt. Und was die Leute in dem Inselstaat auf der gegenüberliegenden Seite der Erdkugel offenbar erst richtig erregt: Dieses Privileg wurde Thiel nur zuteil, weil der seinerzeitige Innenminister des Landes von einer Ausnahmeregelung Gebrauch machte, die nur recht selten angewendet wird.

Peter Thiel also, der Kultinvestor aus dem Silicon Valley, der Tech-Berater des neuen US-Präsidenten Donald "America first" Trump - heimlich ein "Kiwi"? "Die Leute finden das überhaupt nicht gut", sagte Iain Lees-Galloway, ein neuseeländischer Parlamentarier und Experte für Einwanderungsfragen, der "Financial Times". "Das wurde alles hinter verschlossenen Türen ausgehandelt, und die meisten Neuseeländer finden es unpassend, die Staatsbürgerschaft gegen Geld oder als eine Art Versicherungspolice für unruhige Zeiten zu vergeben."

Damit spielt der Parlamentarier auf einen besonderen Status seiner Heimat bei Superreichen in den USA und anderswo an. Wie kürzlich auch die US-Zeitschrift "New Yorker" berichtete, gibt es rund um den Globus immer mehr Millionäre und Milliardäre, die sich ernsthaft auf ein Szenario vorbereiten, in dem das bestehende Gesellschaftssystem zerfällt, sei es aufgrund von politischen Umbrüchen, Aufständen, Terrorangriffen, Kriegen oder ähnlichem.

Viele Superreiche beispielsweise in den USA - insbesondere in Thiels Wahlheimat, dem Silicon Valley in Kalifornien - planen für ein solches Endzeitszenario die Flucht ins Ausland, so der "New Yorker". Und namentlich Neuseeland stehe bei diesen vermögenden Überlebenskünstlern als Destination besonders hoch im Kurs.

Auch bei Thiel? Laut "Financial Times" hat der Investor, der an der Gründung von Paypal sowie Palantir Technologies beteiligt und zudem erster externer Geldgeber von Facebook war, bereits in verschiedene neuseeländische Unternehmen investiert. Die Sache mit seiner Staatsbürgerschaft wurde allerdings erst im vergangenen Monat publik, als Thiel für 14,5 Millionen neuseeländische Dollar (10,6 Millionen US-Dollar oder 9,9 Millionen Euro) eine 193 Hektar große Immobilie am Lake Wanaka auf der Südinsel Neuseelands kaufte. Das ist eine besondere Gegend, so die "FT", Ausländer dürfen dort nur mit besonderer Genehmigung Grundbesitz erwerben.

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