Nun ist es offiziell: Matthias Wissmann wird neuer VDA-Präsident. Der Ex-Bundesverkehrsminister tritt sein neues Amt am 1. Juni an. Wissmann löst Bernd Gottschalk ab, der nach Kritik an seiner Verbandsarbeit zurückgetreten war. "Er ist unser Wunschkandidat", sagte DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche.
Berlin - Der frühere Verkehrsminister Matthias Wissmann wird neuer Präsident des Verbands der Automobilindustrie. Der VDA-Vorstand habe Wissmann bei einer Sondersitzung in Berlin einstimmig gewählt, teilte VDA-Vizepräsident Dieter Zetsche am Montag in Berlin mit. "Er ist unser Wunschkandidat", sagte Zetsche, der auch Chef des Autokonzerns DaimlerChrysler
ist. Wissmanns politische Erfahrung werde nicht nur in der aktuellen Debatte über umweltfreundliche Autos von großem Nutzen für den VDA sein.
Wissmann war bisher Vorsitzender des Europaausschusses im Bundestag. Er will sein Mandat bis zur Jahresmitte niederlegen. Der designierte VDA-Präsident werde sein Amt zum 1. Juni antreten. Wissmann wird damit Nachfolger von Bernd Gottschalk, der vor dem Hintergrund der Klimadebatte und dem Kohlendioxidausstoß von Autos seinen Rücktritt erklärt hatte.
Nun soll es also Wissmann richten: Als neuer VDA-Präsident soll er die deutschen Hersteller in der Klimadebatte aus der Defensive herausführen. Der Ex-Verkehrsminister bringt für diese neue Aufgabe beste Voraussetzungen mit: Er genießt in einer breiten Öffentlichkeit hohes Ansehen als Wirtschafts- und Verkehrsexperte, ist politisch gut vernetzt und hat mächtige Fürsprecher aus Politik und Industrie hinter sich.
So sollen sich nach Angaben aus der CDU-Bundestagsfraktion Kanzlerin Angela Merkel und Fraktionschef Volker Kauder für den 57-Jährigen stark gemacht haben. Nach einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" hat sich zudem ein Triumvirat aus DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche, Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und VW-Chef Martin Winterkorn für Wissmann ausgesprochen.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte Gottschalks Rücktritt als Bauernopfer bezeichnet und den deutschen Autoherstellern vorgeworfen, bei dem Thema technisch "nicht auf Ballhöhe" zu sein. Es sei unverständlich, warum die Branche wie schon beim Katalysator und Partikelfilter Wettbewerbschancen verstreichen lasse.
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