Dienstag, 22. Mai 2018

Wegen US-Sanktionen Oligarch Deripaska muss seine Privatjets aufgeben

Oleg Deripaska

Der russische, Putin-nahe Unternehmer Oleg Deripaska hat wegen der gegen ihn verhängten Sanktionen durch die USA drei Privatjets zurückgegeben. Die Sanktionen machten es Deripaska unmöglich, die Jets zu nutzen, sagte ein Mitarbeiter einer Vermittlungsfirma, die von den Jet-Besitzern mit dem Verkauf beauftragt wurde. Sie stehen nun für rund 30 Millionen US-Dollar pro Flieger zum Verkauf.

Gegen Deripaska waren Anfang April US-Sanktionen erlassen worden. Er und andere russische Großunternehmer hätten von "bösartigen Aktivitäten" des Kreml profitiert, begründete Washington die Entscheidung. Daraufhin hatte Deripaska die Kontrolle über seine Konzerne abgegeben. Auch Deripaskas Vermögen wurde durch die Sanktionen bereits erheblich dezimiert.

Jede Person, die auf der Sanktionsliste der USA steht, darf nicht mehr in die USA reisen und keine geschäftlichen Beziehungen mit US-Firmen und -Bürgern unterhalten. Auch Unternehmen außerhalb der USA können mit Strafen aus Washington belegt werden.

Bei den Flugzeugen handelt es sich um Jets des Herstellers Gulfstream Aerospace. Dass Deripaska sie zurückgegeben hat, kann als Anzeichen dafür gedeutet werden, wie stark sein Geschäft tatsächlich angeschlagen ist.

Alireza Ittihadieh, ein Flugzeugverkäufer, der die Jets im Internet anbietet, sagte gegenüber Reuters, dass die Rückgabe auch etwas mit Sanktionsregeln zu tun habe. "Er ist sanktioniert, seine Unternehmen sind sanktioniert. Er muss die Leasing-Vereinbarung also verfrüht aufgeben." Auf welche Regeln er genau anspielte, sagte er nicht.

Die Flugzeuge sind demnach Eigentum von den Kreditanstalten Credit Suisse und Raiffeisen. Eine Credit-Suisse-Sprecherin sagte, das Unternehmen arbeite mit Behörden in der ganzen Welt zusammen, um zu versichern, dass Sanktionen eingehalten werden.

cr/spon/rtr

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