Samstag, 25. Juni 2016

Arbeitsplätze gegen Gewalt Warum ein israelischer Milliardär Jobs für Palästinenser schafft

Stef Wertheimer: Milliardär mit einer Mission

Israel kommt einfach nicht zur Ruhe, Israelis gegen Palästinenser, Palästinenser gegen Israelis. Eine Entwicklung, die Stef Wertheimer zu einem bemerkenswerten Schluss führte: Er schafft Arbeitsplätze für Araber. Bemerkenswert ist das aus zweierlei Gründen: Denn zum einen ist Wertheimer ein 89 Jahre alter Jude, der mit seiner Familie 1936 vor den Nationalsozialisten und der Judenverfolgung geflohen ist.

Zum anderen gelang es Wertheimer, in Israel "etwas aufzubauen". Und zwar so erfolgreich, dass er es zum drittreichsten Mann des Landes gebracht hat und zum Milliardär, wie "Bloomberg" berichtet. Er war es übrigens, der Warren Bufett zu seinem ersten Investment außerhalb der USA verhalf - indem er dem Amerikaner für 6 Milliarden Dollar mit Iscar ein Metallverarbeitungsunternehmen verkaufte.

Vor rund 30 Jahren hat er den ersten israelischen Industriepark aufgebaut. Ausgerechnet im Norden des Landes, wo die Araber in der Mehrheit sind. Der Park exportiert heute Speicherkarten und Schönheitsprodukte. Verwaltet übrigens von einem Drusen.

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Zuletzt hatte Wertheimer einen ähnlichen Park in Nazareth errichtet, Israels größter arabischer Stadt. Und ein weiterer Park soll folgen, im Süden des Landes, um den dort lebenden Beduinen Arbeitsplätze zu bieten. "Die Menschen haben keine Jobs", sagte er einmal und damit ist für ihn offenbar alles gesagt.

Stattdessen lässt er Taten sprechen. In der Summe hat er sechs solcher Parks bauen und Trainingsprogramme durchführen lassen, um einen Teil der rund 1,7 Millionen arabischer Israelis in Lohn und Brot zu bringen. Einfach, weil die Lösung des scheinbar ewigen Konflikts zwischen Juden und Arabern in seinen Augen größtenteils mit ökonomischen Mitteln machbar wäre.

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