Samstag, 16. Dezember 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Michael Sen startet Healthineers-Börsengang Dieser Mann wird Siemens' Allzweckwaffe

Michael Sen

Mit dem Börsengang der Medizintechniksparte von Siemens hätte es schneller gehen können. Publik waren die Pläne ja schon, und der Börsenboom des Jahres 2017 gilt nun als verpasste Chance für das Unternehmen namens Healthineers. Doch zu der Zeit war Michael Sen ja noch nicht an Bord.

Seit April sitzt der Finanzfachmann im Vorstand - ohne ein klassisches Ressort. Dafür aber mit einer Reihe Spezialaufgaben, die er in seinem ersten halben Jahr mit viel Wirbel angegangen ist.

In der Konzern-IT (Global Services), die von Finanzvorstand Ralf Thomas in Sens Zuständigkeit wechselte, wurde gleich ein weitreichender Umbau verkündet, der mehr als 1000 Jobs kostet.

Die gerade zu Sens Antritt in die Fusion mit Gamesa Börsen-Chart zeigen ausgelagerte Windkraftsparte saniert noch härter als das derzeit im Fokus der Öffentlichkeit stehende klassische Kraftwerksgeschäft: Die aktuell defizitäre Firma überraschte Anfang November mit einer Verschärfung des Sparkurses. Jetzt sollen 6000 Stellen wegfallen. Formell liegt die Verantwortung beim Management in Spanien, aber Sen führt für Mehrheitsaktionär Siemens Börsen-Chart zeigen die Regie.

Am meisten Furore könnte er mit dem nun für das Frühjahr 2018 angepeilte IPO der Medizintechnik machen. Es dürfte einer der größten Börsengänge seit Jahren in Deutschland werden, Analysten taxieren den Firmenwert der profitabelsten Siemens-Sparte auf bis zu 40 Milliarden Euro. Bis zu ein Viertel davon könnte die Konzernkasse füllen, in der ohnehin kein Mangel herrscht - und vielleicht sogar die negativen Nachrichten anderswo verdrängen.

Sen ist zwar nicht der Chef von Healthineers, diesen Job macht Bernd Montag. Aber Sen verantwortet den Bereich, dem er früher als CFO diente, im Konzernvorstand - und kann jetzt von oben den Kurs vorgeben. In mehreren Berichten wurde dem Physiker Montag zu wenig Verständnis für die Belange des Kapitalmarkts und ein zu starkes Festhalten am zwar gut laufenden, aber als wenig zukunftsträchtig geltenden Geschäft mit großen Diagnosegeräten für Krankenhäuser nachgesagt. Michael Sen steht als das agile Korrektiv da.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH