Montag, 30. Mai 2016

Martin Shkreli zahlt Millionenkaution - und tritt zurück "Meistgehasster Manager" der USA - Rücktritt nach Festnahme

Erst Donnerstag hatte Martin Shkreli seinem Porträt als meistgehasster Unternehmer der USA einen weiteren Pinselstrich hinzugefügt, als er durch seine Verhaftung für Schlagzeilen sorgte. Nun ist er wieder auf freiem Fuß - gegen Zahlung von fünf Millionen Dollar Kaution, wie "Business Insider" berichtet.

Der jungenhafte Manager des Pharmaunternehmens Turing sieht sich mit verschiedenen Vorwürfen konfrontiert, unter anderem Wertpapierbetrug und Verschwörung zu Wertpapiervertrug. Er selbst plädierte auf "nicht schuldig", berichtet "Bloomberg". Vom Büro des Staatsanwalts von Brooklyn, Robert Capers, heißt es, das ganze erinnere an ein "Ponzi-scheme", ein Schneeballsystem.

Während die Ermittlungen noch laufen und Shkreli nach Zahlung der Kaution wieder auf freiem Fuß ist, trat er am Freitag von seiner Funktion als Chef des Pharmaunternehmens Turing zurück. Er wird von Ron Tilles in dieser Funktion ersetzt, teilte Turing am Freitag mit.

Zum Hintergrund: Im vergangenen Jahre hatte der ehemalige Hedgefondsmanager Shkreli die Rechte am Medikament Daraprim gekauft, mit dem sich die gefährliche Infektionskrankheit Toxoplasmose behandeln lässt. Und den Preis pro Dosis mehr als verfünfzigfacht - von 13,50 Dollar auf 750 Dollar, wie "manager magazin online" berichtete. Das schlug Wellen. Einen Journalisten zum Beispiel, der von ihm den Grund für den Preisanstieg wissen wollte, nannte er einen Idioten ("moron"). Kritische Tweets beantwortet er mit einem Stinkefinger-Zitat aus einem Lied des US-Rappers Eminem.

Shkreli selbst hat seine Tweets mittlerweile verbergen lassen - verschiedene Medien haben sie jedoch bereits dankbar aufgegriffen. Eine Geschichte, die ihm den Titel meistgehasster Manager der USA einbrachte.

Dabei geholfen hat vermutlich auch die Geschichte mit dem Wu-Tang-Clan. Die Rapper produzierten ein Album, pressten aber nur ein Unikat und versteigerten es - an Shkreli. Für rund 2 Millionen Dollar. Gehört habe er es aber noch nicht, berichtet die "Süddeutsche". Die Bundesagenten indes interessiert etwas ganz anderes.

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Den Behörden geht es vielmehr um Retrophin, eine Biotch-Firma des Mannes, 2011 gegründet. Dort war er eine Zeit lang Vorstand, bis er sich mit den Kollegen überwarf und vom Aufsichtsrat verklagt wurde. Er war aber auch Manager des Hedgefonds MSMB Capital Management, der Millionen einbüßte. Angeblich sei es zu geheimen Zahlungen gekommen. Mit Evan Greebel wurde auch ein New Yorker Rechtsanwalt verhaftet.

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alt und auch ein Sprecher von Retrophin äußerten sich laut "Bloomberg" bislang nicht zu den Vorwürfen. Der Aktienkurs von Retrophin indes reagierte umso beredter - er fiel

vorbörslich um 50 Prozent. Und stieg dann wieder an.

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