Montag, 26. Juni 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Matthias Machnig als Opel-Koordinator Dieser Alleskönner von der SPD wird Mr Opel

Matthias Machnig ist als Industriepolitiker versiert

In seiner Jugend wollte der linke Juso Matthias Machnig den staatsmonopolistischen Kapitalismus bekämpfen. Heute wirbelt derselbe Machnig, 56 und Staatssekretär im Bundeswirtschaftsminister, wie kein zweiter an den Schaltstellen von Staat und Kapital.

Der Fall Opel, in dem Machnig nun die Positionen von Bund und Ländern koordinieren soll, ist wie für ihn gemacht. Schon in der vorigen großen Opel-Krise ab 2009 spielte er eine zentrale Rolle. Frisch im Amt als Landeswirtschaftsminister in Thüringen, verkündete er im damaligen Streit um Staatshilfe schnell sein Diktum: "Bund und Länder werden alles tun, um Opel zu helfen", sagte er dem "Tagesspiegel".

Thüringen ging mit einer Bürgschaft voran, bevor es zum 1,5-Milliarden-Überbrückungskredit des Bundes kam, um Opel aus der GM-Pleite herauszuhalten. Und ungeachtet seiner Aussage, ein Wettbewerb der Standorte untereinander würde nur schaden, fand er Wege, das als gefährdet geltende Werk in Eisenach besonders zu schützen. Während traditionsreichere Standorte wie Antwerpen oder Bochum in den Folgejahren dichtmachten, konnte Machnig als Erfolg verbuchen, dass der Kleinwagen Opel Adam als zweite Linie neben dem Corsa seit 2013 in Thüringen gebaut wird - statt im spanischen Opel-Werk Zaragoza, das sich im neuen Verbund neben den Peugeot-Werken in Spanien und Portugal behaupten müsste.

Das klingt nach Mikromanagement. Doch Matthias Machnig versteht es, sich in unterschiedlichste Themen bis ins Detail einzuarbeiten und dabei stets "die langen Linien" im Blick zu behalten. Industriepolitik ist für ihn eine Mission.

Seite 1 von 2
Nachrichtenticker

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH