Sonntag, 20. Mai 2018

Matthias Machnig als Opel-Koordinator Dieser Alleskönner von der SPD wird Mr Opel

Matthias Machnig ist als Industriepolitiker versiert

2. Teil: "Maschinist der Macht" und "Passmaauf"

Machnig, wahlweise als "Maschinist der Macht" (Süddeutsche Zeitung), "undiplomatischer Macher" (Frankfurter Allgemeine), "Minister auf Speed" (Spiegel Online) oder "Passmaauf" (wieder Süddeutsche) porträtiert, sucht oft die große Bühne. Ob er das Weltklima mit Arnold Schwarzenegger rettet oder die Weltwirtschaft mit Janet Yellen, der umtriebige Machnig findet immer die richtige Einordnung.

Drei verschiedenen Bundesministerien diente er schon als Staatssekretär: Verkehr unter seinem westfälischen politischen Ziehvater Franz Müntefering, Umwelt unter Sigmar Gabriel, dem er angeblich zuvor aus seinem Karrieretief als "Siggi Pop" geholfen hatte, und schließlich Wirtschaft, wieder unter Gabriel sowie dessen Nachfolgerin Brigitte Zypries.

In Erfurt fiel der Minister zwischen Opel, Zalando und Bosch deutlich mehr auf als die übrigen Landespolitiker - bis er wegen 150.000 Euro doppelt kassierter Bezüge unter Druck geriet und dann lieber Martin Schulz' Europawahlkampf managte.

Das Talent für öffentliche Kommunikation ist der Hauptgrund für Machnigs Ruhm. Er leitete die SPD-"Kampa", die 1998 Gerhard Schröder und "die neue Mitte" zu Marken machte. So war Machnig am Aufstieg von Rot-Grün beteiligt, aus heutiger Parteisicht glücklicherweise aber nicht mehr am Abstieg der Agenda-Jahre. Da hatte er sich mit Schröder verkracht und sich als Kommunikationsberater zu Privatfirmen wie BBDO oder Booz Allen Hamilton verzogen.

Wenn es ihm tatsächlich gelingen sollte, die deutschen Opel-Länder auf eine gemeinsame Linie zum Peugeot-Deal zu bringen, könnte das sein Meisterstück werden. Auf Seiten der maßgeblich an Peugeot Börsen-Chart zeigen beteiligten Pariser Regierung hätte er es mit gleichgesinnten Industriepolitikern zu tun. Aber die sind gerade mit der heißen Phase des Wahlkampfs beschäftigt.

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