Montag, 5. Dezember 2016

Martin Shkreli "Amerikas meistgehasster Manager" hat sich gerade noch unbeliebter gemacht

Ja ja, redet nur, ihr "Schwachsinnigen" - Martin Shkreli im Kongress

Mit einem Kurzauftritt im US-Kongress hat sich der "meistgehasste Manager der USA" noch unbeliebter gemacht. Eigentlich hätte Martin Shkreli vor einem Komitee aus Abgeordneten zu Preiserhöhungen von Arzneimitteln aussagen sollen - eigentlich. Denn Shkreli berief sich auf sein verfassungsmäßiges Recht der Zeugnisverweigerung und verließ die Anhörung schon nach kurzer Zeit; die reichte allerdings aus, um die versammelten Abgeordneten gegen sich aufzubringen.

"Das hier ist nicht lustig, Mister Shkreli! Menschen sterben!", fuhr ihn der Abgeordnete Elijah Cummings an, weil der Ex-Manager seinen Ausführungen zuvor grinsend gelauscht hatte. Cummings hatte Shkreli zuvor vorgeworfen, als Chef von Turing Pharmaceuticals "Blutgeld" verdient zu haben - das Unternehmen hatte kurz nach seinem Amtsantritt den Preis eines Arzneimittels um mehr als 5000 Prozent erhöht.

Mit seinem Verhalten habe sein Klient keineswegs respektlos sein wollen, sagte Shkrelis Anwalt, der Promi-Verteidiger Benjamin Brafman, später, er habe bloß überschüssige nervöse Energie abgebaut. Shkreli selbst sah das offenbar anders: "Es ist schwer zu akzeptieren, dass in unserer Regierung diese Schwachsinnigen das Volk repräsentieren", twitterte er nach der Anhörung.

Der 32-jährige Shkreli hatte im Herbst vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt, weil er als CEO von Turing Pharmaceuticals den Preis eines Medikaments gegen parasitäre Infektionen von 13,50 Dollar auf 750 Dollar pro Dosis angehoben hatte. Einen Journalisten, der ihn dafür kritisierte, beschimpfte Shkreli auf Twitter als "Idioten". Andere kritische Tweets beantwortete er mit einem Stinkefinger-Zitat aus einem Lied des US-Rappers Eminem.

Im Dezember war Shkreli dann verhaftet worden, die Staatsanwaltschaft warf ihm unter anderem Wertpapierbetrug vor. Gegen eine Kaution von 5 Millionen Dollar verließ er das Gefängnis allerdings schon wenig später - um dann vom Chefposten bei Turing zurückzutreten. Zwischendurch hatte der gern polarisierende Amerikaner zudem mit dem 2 Millionen Dollar teuren Kauf der einzigen Ausgabe eines Albums des "Wu-Tang Clan" für Aufsehen gesorgt.

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