Samstag, 28. Mai 2016

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Das "uneinklagbare Versprechen" des Facebook-Gründers Warum Zuckerbergs Milliardenspende eigentlich gar keine ist

Kitsch und Geschmacklosigkeit: Facebook-Chef nutzte die Geburt seiner Tochter für PR-Zwecke

Wenn Prominente Nachwuchs bekommen, ist das immer eine knifflige Sache: Alle Welt interessiert sich für das Baby - aber sobald es gezeigt wird, steht schnell der Vorwurf im Raum, die Eltern würden das unschuldige Kleine für PR-Zwecke einspannen.

Weil dabei die Grenze schwer zu ziehen ist, lässt sich die Frage, ob der Vorwurf zutrifft oder nicht, ist in vielen Fällen schwer beantworten. Im aktuellen Fall allerdings ist es klar: Selten ist die Geburt eines prominenten Kindes von dessen Eltern so offensichtlich für PR-Zwecke genutzt worden, wie bei der kleinen Max, die als Tochter von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und dessen Gattin Priscilla Chan vor wenigen Tagen das Licht der Welt erblickte.

Bild vom Familienglück: Zuckerberg, Chan und Tochter Max
Fast möchte man das Kind darum beneiden, dass es von der Inszenierung noch nichts mitbekommen konnte: Die eigentlich geschäftliche Mitteilung an die Öffentlichkeit, den weitaus größten Teil seines Facebook-Vermögens in den kommenden Jahren für gemeinnützige Zwecke einsetzen zu wollen, verpackte das Ehepaar Zuckerberg/Chan in einen ellenlangen Brief an die Tochter, versehen mit einem perfekten Bild vom jungen Familienglück und veröffentlicht - wo sonst - auf Facebook.

Vielen Amerikanern mag daran nichts merkwürdig erscheinen. Der nüchterne Deutsche stellt jedoch fest: In Sachen Kitsch und Geschmacklosigkeit ist der Eskalationspfad offenbar unbegrenzt.

Hat Zuckerberg die Öffentlichkeit in den Schlaf gesungen?

Das eigentlich fatale ist jedoch: Der Coup ist soweit erkennbar zum größten Teil gelungen. Kaum ein Medium, das nicht mit der Meldung aufgemacht hätte: "Mark Zuckerberg spendet 45 Milliarden Dollar". Die Öffentlichkeit nahm die gewünschte Botschaft auf, als hätte Zuckerberg persönlich sie vorher in den Schlaf gesungen.

Um es klar zu sagen: Selbstverständlich ist es zu begrüßen, wenn ein Mann, der über 45 Milliarden Dollar verfügt, ankündigt, den größten Teil davon der Allgemeinheit zu Gute kommen zu lassen. Deshalb gibt es an Zuckerbergs Entschluss grundsätzlich nichts auszusetzen.

Wer sich die Sache jedoch genauer anschaut, erkennt: Erstens ist die Information von Zuckerbergs Großspende gar nicht wirklich neu. Und zweitens, was viel wichtiger ist: Sie stimmt in Bezug auf die nun veröffentlichten Informationen genau genommen auch gar nicht.

Bereits im Jahr 2010 hat sich der Facebook-Chef der Initiative "The Giving Pledge" von Microsoft-Gründer Bill Gates und Investment-Legende Warren Buffett angeschlossen. Die Bewegung vereint Milliardäre aus aller Welt, die sich dazu bekennen, den Großteil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke einsetzen zu wollen.

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